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Ein dramatischer Sieg, ein leerer Topf und Ärger mit Lotto

Ein dramatischer Sieg, ein leerer Topf und Ärger mit Lotto

Sportlich klart der Himmel für Basketball-Bundesligist TBB Trier nach dem wichtigen 75:74 gegen Ludwigsburg auf. Derweil hat eine Aussage von Ex-Aufsichtsratschef Ralph Moog für Irritation in Koblenz gesorgt. Die Lotto-Stiftung sei 2010/11 entgegen Moogs Aussage sehr wohl noch TBB-Sponsor gewesen.

Trier. Maik Zirbes - das wäre doch einer, den man gern dieses Jahr in London im Einsatz unter den Brettern sehen würde. Beim Sieg gegen Ludwigsburg war der TBB-Center an seinem 22. Geburtstag so abgezockt und nervenstark, dass man das gerne auch bei Olympia erleben würde. Dazu wird\'s nicht kommen. Die deutschen Basketballer sind nicht fürs Olympiaturnier qualifiziert. Aber dass an Zirbes künftig in der Nationalmannschaft kein Weg vorbeiführen dürfte, das machte nicht erst sein bärenstarkes Spiel gegen Ludwigsburg klar.
Ralph Moog hatte derweil am Wochenende seine letzten Auftritte als TBB-Aufsichtsratschef hinter sich gebracht: Er sprach vor der Presse und den Aktionären über große Herausforderungen in einer immer stärker werdenden Liga, über neue Marketing-Ideen - und darüber, wieso die Saison 2010/11 mit einem steuerlichen Minus von 99 000 Euro abgeschlossen wurde. Moog nannte als einen Hauptgrund, dass Lotto Rheinland-Pfalz damals als wichtiger Sponsor komplett ausgefallen sei. Ein fünfstelliger Betrag habe damit gefehlt - es soll sich wohl um 70 000 Euro gehandelt haben. Der Verantwortliche für das Sponsoring bei der Lotto GmbH, Frank Zwanziger, war von dieser Aussage irritiert: "Wir haben im Jahr 2010/11 die TBB wie in den Jahren zuvor auch unterstützt."
Erst zur Saison 2011/12 sei das Sponsoring eingestellt worden. Anfang 2010 habe es zudem eine hohe Sonderzahlung an die TBB gegeben, die es der finanziell angeschlagenen GmbH damals wohl erst ermöglicht hat, die Saison zu Ende zu spielen. Kurz darauf übernahm die neue Treveri Basketball AG die BBL-Lizenz. "Die Summe kam in dem Jahr zu unserem normalen Sponsoring hinzu. Aber es war völlig klar, dass es sich um eine Einmalzahlung handelt."
Das bestätigt auch Moog, der im Ergebnis bei seiner Aussage bleibt, sie aber nun anders formuliert: "Ich wollte Lotto nicht vor den Kopf stoßen. Was uns fehlte, waren eingeplante Zahlungen vom Landessportbund, der aber von Lotto finanziert wird."
Er bestätigt, dass Lotto in der Saison 2010/11 noch TBB-Sponsor war. Nur der zweite Sponsoring-Topf blieb leer. Schon in der Vergangenheit lief das Sponsoring über zwei Fördermodelle: zum einen direkt über die Lotto GmbH, zum anderen über den Landessportbund (LSB) und dessen Team Rheinland-Pfalz, das die rheinland-pfälzischen Olympiakandidaten finanziell unterstützt. Wer in welchem Maße gefördert wird, entscheidet dann der LSB. Lotto habe der TBB empfohlen, auf diesem Wege über das Team Rheinland-Pfalz Förderung zu beantragen.
Moog erinnert sich daran, dass damals auch ein Konzept ausgearbeitet wurde, in dem es um die Förderung von Maik Zirbes und Maxim Schneider gegangen sein soll. In einem Vorgespräch mit dem LSB habe sich aber gezeigt, dass kein Geld zu erwarten sei, sagt Moog: "Wir haben das nicht fahrlässig sausen lassen. Uns war signalisiert worden, dass wir kaum eine Chance auf Förderung erwarten konnten."