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Salto-Salem erlöst die Eintracht

Salto-Salem erlöst die Eintracht

Mit Enthusiasmus und Entschlusskraft in der letzten halben Stunde hat Fußball-Regionalligist Eintracht Trier im Heimspiel gegen Waldhof Mannheim spielerische Defizite erfolgreich kaschiert. Mann des Tages war Yannick Salem, der zweimal traf.

Trier. Mitten im kollektiven Jubel blieb einer auf dem Boden der Tatsachen. "Spielerisch müssen wir den Mantel des Schweigens über dieses Spiel legen. Taktisch müssen wir uns weiterentwickeln. Immer nur ,Hauruck' und kämpfen geht nicht. Wenn wir uns fußballerisch nicht verbessern, werden wir ewig im Mittelmaß bleiben", mahnte Triers sportlicher Leiter Fritz Fuchs nach dem 2:1-Sieg der Eintracht gegen Waldhof Mannheim.

Zustande kam der Erfolg, weil die Moselaner nach einer schwachen ersten Halbzeit in den letzten 30 Minuten alles in die Waagschale warfen. Fuchs: "Da standen endlich Jungs mit Charakter auf dem Platz." Warum war das nicht schon zu Beginn der Fall? Der sportliche Leiter: "Wenn ich das wüsste ..."

Die Eintracht spielte anfangs bei schwierigen Bedingungen (es regnete in Strömen) ohne Mumm und Orientierung. Die Gäste-Führung durch Daniel Reule (23.) war verdient. Unmotiviert hatte Christopher Reinhard an der eigenen Grundlinie eine Flanke von Michael Reith nicht unterbunden. Reule nahm am zweiten Pfosten das Geschenk dankend an.

Erst nach der Pause stemmte sich Trier gegen die drohende Niederlage - die Einwechslungen von Max Bachl-Staudinger, Andreas Anicic und Tim Eckstein zahlten sich aus (siehe Partie kompakt). Zum Mann des Tages der Trierer avancierte Stürmer Yannick Salem, der mit zwei Treffern (70., 85.) das Spiel zugunsten der Gastgeber drehte. Den Siegtreffer feierte der 26-Jährige mit einem Salto vorwärts. "Den mache ich nur nach wichtigen Toren. Und ich denke, der Sieg gegen Mannheim war enorm wichtig für unsere Zukunft", sagte Salem, der nun eine Woche lang bei der kongolesischen Nationalmannschaft weilt, die am 14. November ein Freundschaftsspiel in Angola bestreitet.

Eintracht-Trainer Mario Basler war in seiner Spiel-Analyse hin- und hergerissen: "Die taktischen Fehler in der ersten Halbzeit waren bedenklich. Auf Dauer müssen wir unsere Fehler abstellen. Danach hat sich die Mannschaft so präsentiert wie vor ein paar Wochen. Mit Leidenschaft und Kampfeswille hat sie sich den Sieg verdient."

Eintracht-Ecke

Gebremster Zulauf: Da die meisten Karten für das DFB-Pokal-Spiel gegen den 1. FC Köln nur zusammen mit Tickets für das Regionalliga-Spiel gegen Mannheim verkauft wurden, hätten theoretisch rund 9000 Fans ins Moselstadion kommen müssen. Tatsächlich verfolgten die Partie aber "nur" gut 4000 Zuschauer. Spannungs-Abbau: Dass Eintracht-Trainer Mario Basler nach zuletzt enttäuschenden Wochen unter Spannung stand, machte sich nach dem 1:1-Ausgleich bemerkbar. Er ließ sich zu einer Geste in Richtung eines aus seiner Sicht dauernörgelnden Zuschauers auf der Tribüne hinreißen. Mit den Händen signalisierte er "Plapper nicht so viel". Basler: "Ich habe als Spieler 15 Jahre lang verbal immer auf die Fresse bekommen. Ich kann relativ gut damit umgehen, aber irgendwann ist auch mal Schluss. Manche Leute dürfen nicht vergessen: Wir sind in der vierten Liga und nicht in der Bundesliga." (bl)