"Der Ruhm gebührt nicht mir allein"

"Der Ruhm gebührt nicht mir allein"

Acht Jahre nach Fritz Walters Tod hätte der Nationalspieler und Kapitän des 1. FC Kaiserslautern am 30. Oktober seinen 90. Geburtstag gefeiert. In einem fiktiven Interview mit dem Fußballfan Maximilian Mussler berichtet er über seine schönsten Momente und zeigt, wie bodenständig der inoffizielle Mitgründer der Bundesrepublik war.

Wittlich. Hätten Sie je gedacht, dass Sie so beliebt werden würden? Das Stadion in Kaiserslautern trägt jetzt Ihren Namen, verschiedene Organisationen sind nach Ihnen benannt worden, und es wurde eine limitierte Anzahl an Fritz-Walter-Trikots in den Verkauf gestellt, um Ihr neues Museum in Kaiserslautern zu finanzieren.

Fritz Walter: Erst mal muss ich mich bei meinem ehemaligen Nationaltrainer Sepp Herberger bedanken, der das alles erst möglich gemacht hatte! Auch muss ich mich bei meinen Fußballkameraden in `Lautern und in der Nationalmannschaft bedanken, die mich immer unterstützt haben und genauso wie ich zu den Erfolgen beigetragen haben. Somit würde ich sagen, dass der Ruhm mir nicht alleine gebührt, sondern meine Kollegen eine genauso wichtige Bedeutung hatten.

Aber Sie waren es doch, die dem 1. FC Kaiserlautern als Kapitän zweimal zur Deutschen Meisterschaft verholfen haben. Sie waren Kapitän der Mannschaft, die 1954 die Weltmeisterschaft in der Schweiz gewonnen hat. Mit diesem Sieg hatten Sie nicht nur den Fußballfans in Deutschland einen Wunsch erfüllt, sondern auch dazu beigetragen, dass die Deutschen nach dem 2. Weltkrieg an Selbstvertrauen gewannen und ihnen auch das Gefühl gegeben wurde, Stolz auf ihre Nationalität zu sein.

Fritz Walter: Wie gesagt: Ich hatte eben viel Glück mit meinem ganzen Umfeld und wüsste auch nicht, worüber ich mich beklagen sollte. Es ist einfach alles perfekt gelaufen und das Schicksal hat mich als Glückspilz ausgelost.

Trotzdem finde ich, dass Sie die Anerkennung verdient haben! Nachdem Sie im Zweiten Weltkrieg aus der Kriegsgefangenschaft entlassen wurden, haben Sie die Sepp-Herberger-Stiftung gegründet, die sich um die Pflege der ehemaligen Kriegsgefangenen kümmert. Auch die Angebote von Atlético Madrid und Inter Mailand abzulehnen, spricht für die Tradition der Walter-Elf, wie die Mannschaft auf dem Betzenberg genannt worden ist.

Nachdem ich herausgefunden habe, dass Sie trotz all diesen Erfolgen bodenständig geblieben sind, habe ich mich entschlossen, das neue Fritz-Walter-Trikot zu kaufen, um auch bei der Errichtung des neuen Fritz-Walter-Museums in Kaiserslautern mitzuhelfen.

Maximilian Mussler, Klasse 10b, Peter-Wust-Gymnasium Wittlich