Ein Wechsel mit Wirbel

Zurück in die alte Heimat heißt es am Sonntag (Anwurf 16 Uhr) für die "Miezen" Nadja Nadgornaja und Silvia Hofman. Die Triererinnen gastieren bei Provital Blomberg-Lippe.

Trier. (BP) Zwischenzeitlich hatten die alten Freunde kein Wort mehr miteinander gewechselt, mittlerweile ist das Verhältnis wieder etwas besser. Die Rede ist von Martin Rommel, Vorstand der Trierer "Miezen", und Harald Wallbaum, Manager von Provital Blomberg-Lippe. Grund für das Stimmungstief war der Wechsel von Blombergs talentiertester Spielerin an die Mosel: Nadja Nadgornaja (20). Und die trifft am Sonntag (16 Uhr) erstmals auf ihre Ex-Mannschaft, lässt sich vom Streit auf Vorstandsebene aber nicht anstecken: "Die müssen selber wissen, was sie machen", meint die Rückraumspielerin: "Ich versuche, mich so ruhig wie möglich auf dieses Spiel vorzubereiten, und hoffe, dass ich nicht allzu nervös bin." Dass ihr Wechsel für solchen Wirbel sorgte, versteht sie nicht: "So ist Profisport eben." Und dass sie wie Lukas Podolski bei seinem Treffer gegen seinen Ex-Club Köln fast in Tränen ausbricht, erwartet sie auch nicht: "Da gibt es kein Mitleid, ich bin jetzt in Trier. Wir wollen zwei Punkte und dafür gebe ich alles, wenn ich mich natürlich auch freue, meine Ex-Mispielerinnen zu treffen." Nadgornaja ist nicht die einzige Ex-Blombergerin bei den "Miezen", aber für Silvia Hofman ist die Begegnung schon Normalität.

Nach dem Erfolg gegen Leipzig und der Chance, sich mit einem Sieg ganz oben festzusetzen, sieht MJC-Trainerin Ildiko Barna ein gewisses Gefahrenpotenzial beim Spiel in Ostwestfalen: "Erstens hat das Spiel gegen Leipzig Kraft gekostet, und zweitens muss ich den Spielerinnen einbläuen, dass sie in Blomberg genau so engagiert auflaufen müssen wie gegen den HCL. In dieser Liga gibt es keinen Selbstläufer, da zählt nur hundertprozentiger Einsatz."

Dass sich Trier mit einem Sieg in der absoluten Spitze festsetzen kann, ist für Barna nur eine Momentaufnahme: "Die Saison dauert noch so lange, und jeder Punkt ist nicht nur schön, sondern wichtig, um am Ende nicht durchgereicht zu werden."

Gegner-porträt

Provital Blomberg-Lippe: Auswärts pfui, zu Hause hui - so präsentieren sich die Ostwestfalen (4:6 Punkte, Rang sieben) in dieser Saison. Alle drei Niederlagen kassierten sie in der Fremde, dafür wurde zu Hause Buxtehude geschlagen und Tabellenführer Göppingen die einzige Niederlage beigebracht. Die vergangene Spielzeit war die erfolgreichste der Vereinsgeschichte: Blomberg erreichte das Pokal-Final-Four und qualifizierte sich als Sechster erstmals für den Europapokal. Die junge Mannschaft von Trainer Andre Fuhr wurde vor Saisonstart - dank der finanziellen Mittel des Namenssponsors - unter anderem durch die Ex-Leverkusenerinnen Michaela Seiffert und Sabrina Neukamp verstärkt. (BP)