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Ein Gedicht für den Olympiasieger

Ein Gedicht für den Olympiasieger

Zum zweiten Mal nach 2010 lief Olympiasieger Dieter Baumann am vergangenen Samstag in Manderscheid. Zwar in Laufschuhen, aber mit seinem Kabarett-Programm auf der Bühne des Kurhauses.

Manderscheid. Dieter Baumann ist gereift. Das lockige Haar von Deutschlands besten Läufer weht nicht mehr so wild, wie 1992, als er in Barcelona Olympiasieger über 5000 Meter wurde. Statt- dessen: Geheimratsecken und graue Strähnen.
Doch auch in seiner dritten Karriere, nach der als Läufer und der als Trainer, ist er gereift. Bei seinem aktuellen Programm "Dieter Baumann, die Götter und Olympia", Untertitel "Ein ernst gemeinter Comedyabend", dreht sich fast alles um den Sport, vieles ums Laufen. Aber eben nicht alles. Wenn Innenminister Thomas de Maizière schon bei der Lösung des Flüchtlingsproblems versage, versuche er sich eben mit der Forderung nach mehr Olympia-Medaillen zu profilieren, witzelt Baumann.
Ein Bein habe er schon bei politischen Themen, erklärt der mittlerweile 50-Jährige nach seinem Auftritt im Manderscheider Kurhaus. Rund 70 Läufer, aber auch Nichtläufer im Publikum hat er während mehr als zwei Stunden zum Lachen und Nachdenken gebracht. "Ganz schön viele Nullen im IOC", sagt Baumann angesichts von einer Milliarde Dollar Rücklagen des Internationalen Olympischen Komitees.Die Zeit noch nicht ganz im Griff


Ganz ohne Läuferwitze geht es aber natürlich nicht. Weshalb schauen Läufer mit GPS-Uhr vor einem Trainingslauf zum Himmel? "Ich dachte immer, die beten für eine gute Zeit. Aber nein, sie gucken den Strahlen hinterher", erklärt Baumann.
Anders als deutscher Rekordler auf der Laufbahn habe er die Zeit bei seinen Auftritten noch nicht ganz im Griff, sagt Baumann zu seinem langen, aber nie langweiligen Programm. Das passiert aber fast schon zwangsläufig, wenn sich wie wie in Manderscheid das Publikum so einbinden lässt. Ob es Thomas Grün ist, den Baumann nach 38:27 Minuten beim Zehn-Kilometer-Lauf in Föhren als Olympiakandidaten aufbauen will, oder Karl-Heinz Hamannt. Der 63-Jährige aus Manderscheid widmet Baumann ein Gedicht: Ich wünsche mir ein Bild von dir, das häng ich an die Kellertür, damit es alle Mäuse sehen und nicht an die Kartoffeln gehen. Die Lacher des Publikums und auch des Olympiasiegers hatte Hamannt damit auf seiner Seite. teu