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Wähler entscheiden sieben Duelle

Wähler entscheiden sieben Duelle

Das große Finale der Kommunalwahl in Trier steht bevor. In sieben Stadtteilen sind die Wähler für Sonntag, 8. Juni, nochmals zu den Urnen gerufen, um über das Amt des jeweiligen Ortsvorstehers zu entscheiden. Die TV-Analyse zeigt die Ausgangslage der 14 Kandidaten vor der Stichwahl.

Für elf der 19 Trierer Stadtteile stehen die neuen Ortsvorsteher bereits fest (der TV berichtete). Olewig zieht wegen einer falschen Kandidatur erst am 24. August nach. Bleiben sieben Stadtteile übrig für die Stichwahl am Pfingstsonntag. Dabei dominieren die Parteifarben Schwarz und Rot. Ausnahmen bilden ein Grüner und eine FWG-Vertreterin. Überraschend unterstützen die Grünen in drei Stadtteilen jeweils den CDU-Bewerber.Trier-Nord

Christian Bösen (CDU) schnitt im ersten Wahlgang am besten ab (33,6 Prozent der Stimmen). "Am Sonntag werden die Karten aber neu gemischt", sagt der 47-jährige Amtsrat im Landesbetrieb Mobilität. Mit neuen Flugblättern, Plakat-Aufklebern sowie Ständen in Paulinstraße und Franz-Georg-Straße will Bösen die Wähler auf der Zielgeraden mobilisieren. "Sehr positiv überrascht" hat ihn, dass die Grünen seine Kandidatur unterstützen.
Diese Wahlempfehlung hat die amtierende Ortsvorsteherin Maria Duran Kremer (SPD) hingegen "sehr erstaunt, da wir mit den Grünen stets gut zusammengearbeitet haben". Die 64-jährige Rentnerin, die zeitweise als Dolmetscherin arbeitet, setzt auf intensive Bürgerbeteiligung. Duran Kremer (30,3 Prozent im ersten Wahlgang) will themenbezogene Treffen mit Bürgern organisieren, um sie in Planungen des Ortsbeirats einzubeziehen, und regelmäßige Sprechstunden im Bürgerhaus anbieten.Trier-West/Pallien


Horst Erasmy (CDU, 44,6 Prozent) verteilt derzeit an alle Haushalte einen neuen Flyer, auf dem ihn auch Grüne und FWG offiziell unterstützen. "Ich verzichte als Ortsvorsteher-Kandidat bewusst auf Plakate, spreche lieber mit den Leuten vor Ort", sagt Erasmy. Der 59-jährige amtierende Ortsvorsteher ist Mitarbeiter der Zollverwaltung.
Johannes Schölch-Mundorf (SPD, 36,9 Prozent) ist pädagogische Fachkraft an der Kurfürst-Balduin-Realschule plus und an der Nelson-Mandela-Realschule plus. Der 48-Jährige hofft auch auf Wähler der Linken, deren Kandidat im ersten Wahlgang ausgeschieden ist. Schölch-Mundorf sagt: "Ich werde mich gemeinsam mit den Bürgern für den Stadtteil einsetzen und meine guten Kontakte in die Stadt- und Landespolitik nutzen."Trier-Süd


Die amtierende Ortsvorsteherin Jutta Föhr (SPD) bekam im ersten Wahlgang 42 Prozent. Ihre Erwartung für Pfingstsonntag? "Alles ist offen." Die 55-jährige Technische Mitarbeiterin des Landesuntersuchungsamts verteilt Flugblätter an die Haushalte: "Auch in Nichtwahlzeiten informieren wir die Bürger zwei- bis dreimal jährlich mit der SPD-Schrift Durchblick."
Daniela Poss (parteilos, von der CDU nominiert, 24,8 Prozent) geht "neugierig" in die Stichwahl: "Wer ist an Pfingsten überhaupt da? Was machen die Wähler der Kandidaten von Parteien, die im ersten Wahlgang ausgeschieden sind?" Vom TV erfährt die 33-jährige Sparkassen-Fachwirtin und Geburtsbegleiterin, dass die Grünen sie offiziell unterstützen. "Das freut mich natürlich", betont Poss. Christiane Wendler, als Drittplatzierte ausgeschiedene Ortsvorsteher-Kandidatin der Grünen, sagt zur Wahlempfehlung Poss: "Wir haben Übereinstimmungen etwa im Kinder- und Jugendbereich und bei der Verkehrsberuhigung festgestellt. Daniela Poss ist sehr engagiert."Mitte/Gartenfeld


Amtsinhaber Dominik Heinrich (Grüne, 38 Prozent im ersten Wahlgang) sieht in seinem Duell gegen einen CDU-Bewerber keine besondere Brisanz: "Das ist Ergebnis des Wählerwillens. Die Wahlempfehlungen auf Stadtteilebene sind auch kein Fingerzeig für ein mögliches schwarz-grünes Bündnis im Stadtrat." Die aktuelle Diskussion über die umstrittene Radspur in der Gartenfeldstraße hält der 49-jährige Architekt Heinrich für "etwas aufgebauscht". Stau gebe es dort nur zu Stoßzeiten: "Wenn die Ampelphasen angepasst sind und das Verkehrskonzept fürs Viertel umgesetzt ist, wird sich die Situation entspannen."
Ferdinand Häckmanns (CDU, 31,7 Prozent) kritisiert das Timing bei der Einrichtung der Radspur, da sie dem Gesamtverkehrskonzept vorgreife: "Man muss eine Verbindung herstellen und sollte nicht losgelöst davon Einzelteile umsetzen." Der 66-jährige Verwaltungsbeamte im Ruhestand hofft, seine Wähler für Pfingstsonntag mobilisieren zu können. Häckmanns setzt auf Plakate, Flugblätter und ein öffentliches Bürgergespräch.Kürenz


Amtsinhaber Bernd Michels (CDU) bekam im ersten Wahlgang 43,3 Prozent. "Die Gefahr bei einem Vorsprung ist, dass die Bürger denken: ,Der wird sowieso gewählt.' Die Beteiligung bei der Stichwahl ist die große Unwägbarkeit." Der 67-jährige Kriminalbeamte im Ruhestand spricht daher von einer "gespannten Gelassenheit".
Stefan Wilhelm (SPD, 28 Prozent) geht ebenfalls gelassen in den Wahlsonntag: "Ich kann im Prinzip nur gewinnen." Der 45-jährige Justizvollzugsbeamte hat seine Wahlplakate mit Zusätzen versehen und neue Flyer verteilt. Wilhelms Einschätzung: "Es geht nur über die Mobilisierung der eigenen Wähler."Tarforst


Anne Weines (SPD) bekam als amtierende Ortsvorsteherin im ersten Wahlgang 38,7 Prozent. Die 59-Jährige tritt bei der Stichwahl gegen den 56-jährigen Werner Gorges (CDU) an, der am 25. Mai mit 43,3 Prozent vorne lag. Entscheidend könnte also sein, wie sich die Wähler der ausgeschiedenen Kandidaten von FDP und Linkenentscheiden.Pfalzel


Margret Pfeiffer-Erdel (FWG, 64 Jahre), Frau des bisherigen Ortsvorstehers, scheiterte im ersten Wahlgang mit 48 Prozent knapp an der absoluten Mehrheit. Konkurrent bei der Stichwahl ist Dietmar Mattes (SPD, 26,2 Prozent, 53 Jahre), der CDU-Kandidat Horst Görgen auf Rang drei verwiesen hatte.