Wie Herrscher zu ihren Namen kamen

Wie Herrscher zu ihren Namen kamen

In der Kinder-Uni-Veranstaltung "Wie groß war Karl der Große?" von Miriam Weisch und Paula Giersch ging es um große Herrscher in der Geschichte und ihre Beinamen.

Trier. Zuerst haben alle Kinder ihre Spitznamen genannt, und es wurde gefragt, ob diese ihnen gefallen oder nicht. Die meisten fanden ihre Spitznamen ganz witzig. Ob Herrscher bekannt wären, war die nächste Frage der Dozenten. Die Kinder nannten: Philipp der Schöne, Karl der Große, Katharina die Große, Iwan der Schreckliche, Napoleon, Philipp der Erste von Makedonien und Konstantin.

Dann wurden die Spitznamen von Herrschern näher erläutert. Los ging es mit Karl dem Großen. Er war eine der bedeutendsten Herrschergestalten Europas. Er wurde im Jahr 768 zusammen mit seinem Bruder Karlmann König der Franken. Nach dessen Tod regierte Karl alleine weiter und ordnete das Reich neu. Er richtete Bischofschulen und Klöster ein, holte bedeutende Gelehrte an seinen Hof, die Burg Kaiserpfalz in Aachen. Auf seinen Feldzügen eroberte er ein riesiges Reich, das von der Nordsee über das Gebiet der heutigen Staaten Spanien, Italien, Tschechien und Slowakei bis nach Ungarn reichte. Das brachte ihm den Beinamen "der Große" ein.

Konstantin der Große war der nächste Herrscher, über den gesprochen wurde. Als römischer Kaiser reformierte er Heer und Verwaltung und förderte das Christentum. Unter seiner Herrschaft kam es zum Ende der Christenverfolgung. Er gründete Konstantinopel, das heutige Istanbul. Auch er bekam den Beinamen ‚der Große', weil er so große Taten vollbracht hatte. Mit Katharina der Großen kam nun eine Frau als Herrscherin an die Reihe. Sie war Kaiserin von Russland, ließ ihren Mann Peter durch Gardeoffiziere stürzen und sich selbst zur Kaiserin ausrufen. Sie festigte im Geist der Aufklärung die Stellung Russlands als europäische Großmacht.

Napoleon I. Bonaparte war zunächst Brigadegeneral der französischen Revolutionstruppen und krönte sich selbst zum Kaiser von Frankreich. Er bereitete Österreich und den Habsburgern, Preußen und Russland vernichtende Niederlagen. Seine Stellung begann jedoch zu sinken, als 1812 Tausende seiner Soldaten während des Russlandfeldzuges verhungerten und erfroren. Daraufhin kam es in den besetzten Ländern zu Aufständen gegen Napoleon, die 1813 zur Großen Völkerschlacht bei Leipzig führten. Die verbündeten europäischen Heere marschierten nach ihrem Sieg in Paris ein, und Napoleon wurde auf die Insel Elba verbannt. Nachdem er noch einmal aufbegehrte, wurde er in der Schlacht von Waterloo 1815 endgültig besiegt und für den Rest seines Lebens auf die Insel St Helena verbannt, wo er 1821 starb. Zum Schluss wurde über Iwan den Schrecklichen gesprochen. Er war Großfürst und später der erste russische Zar. Er trug seinen Beinamen ‚der Schreckliche' zu Recht: Er hielt sehr brutale Strafgerichte ab und erschlug sogar seinen eigenen Sohn in einem Wutanfall. Am Ende der Veranstaltung durften sich alle Kinder noch eine Herrscherkrone basteln und wurden damit fotografiert. Philipp Gangolf, 9 Jahre Welschbillig

Mehr von Volksfreund