Wie kann man sich gegen Manipulation wehren?

Wie kann man sich gegen Manipulation wehren?

Woran merkt man, dass der Gesprächspartner zur Manipulation neigt, und wie kann man sich auf höfliche Weise dagegen wehren? Was ist Ihnen bei Gesprächen mit anderen Menschen wichtig? Bestimmt antworten Sie so wie die meisten Menschen: "Höflicher Ton, Respekt und Glaubwürdigkeit." Und Sie wünschen sich eine Gesprächssituation, bei der alle Beteiligten mit einem guten Gefühl auseinandergehen können und niemand sein Gesicht verloren hat.

Doch viele Menschen fühlen sich bei Gesprächen im beruflichen und privaten Alltag manchmal unter Druck gesetzt oder überrumpelt, sie geben den eigenen Standpunkt wider besseres Wissen vorschnell auf und fühlen sich dann unwohl damit. Und wie ist es dazu gekommen? Sind sie manipuliert oder von einer anderen, besseren Ansicht überzeugt worden? Manche Menschen nutzen Manipulation absichtlich und planmäßig, andere wiederum unbeabsichtigt und ungeplant. Das macht jedoch letztlich keinen Unterschied; obwohl die Ausgangslage verschiedenartig sein kann, ist das Ergebnis dasselbe: Sie haben einen Standpunkt eingenommen, der nicht ihren Interessen oder ihrer Meinung entspricht. Unterstellen Sie Ihrem Gegenüber nicht, dass er Sie absichtlich manipulieren möchte; bewerten oder beurteilen Sie ihn nicht von vornherein. Schließlich können Sie nie ganz sicher sein, ob jemand Sie wirklich nur zu seinem eigenen Vorteil beeinflussen wollte. Respektieren Sie Ihr Gegenüber zunächst als Person, und machen Sie sich bewusst, dass er Sie nur dann manipulieren kann, wenn Ihr Verhalten vorhersehbar ist. Reagieren Sie nämlich nicht so, wie es offensichtlich erwartet wird, läuft die Manipulation ins Leere. Versuchen Sie einmal herauszufinden, womit andere Sie manipulieren können; wenn Sie erst Ihre schwache Stelle kennen, ist das der beste Schutz für Sie. Sobald Sie wissen, in welche Falle Sie immer wieder tappen, können Sie sich viel leichter sozusagen vor sich selbst schützen. Sei es, dass man Ihnen etwas in den Mund legt, Informationen nur selektiv mitteilt oder Autoritäten zitiert, um zu beeindrucken. Vermeiden Sie es jedoch, sich im Gegenzug gleicher Mittel zu bedienen und sich einen ebenso schlechten Kommunikationsstil zuzulegen. Das führt Sie nur in eine kommunikative Sackgasse. Egal, wie sehr Sie sich auch von Ihrem Gegenüber unter Druck gesetzt fühlen, achten Sie bitte immer darauf, sachlich und fair zu argumentieren. Salka Schwarz

(Aus: Salka Schwarz: Renaissance der Höflichkeit, 38 Euro)