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Impfen oder nicht?

Hagen Strauß
Hagen Strauß FOTO: Mathias Krohn
Die jüngsten Zahlen lassen aufhorchen. Hagen Strauß

Wer sich oder seine Kinder nicht impfen lässt, handelt fahrlässig. Nicht nur sich selbst, sondern vor allem anderen gegenüber. Das ist der springende Punkt. Deswegen ist es notwendig, die Menschen in Deutschland dazu anzuhalten, ihren eigenen Impfschutz aufzufrischen und vor allem ihre Kinder immunisieren zu lassen.

Fakt ist: Masern oder andere Viruserkrankungen sind viel gefährlicher als die Impfung dagegen. Wer anderes behauptet, verbreitet Panik, schürt Angst.
Fakt ist auch, dass die große Koalition mit ihrem Präventionsgesetz klarere Vorgaben für den Impfschutz gemacht hat, damit Schulen und Kindergärten entsprechend reagieren können. Wer nicht geimpft ist, wird eine Zeit lang nicht betreut. Das ist richtig.

Gleichwohl lassen die jüngsten Zahlen aufhorchen: So hat es im laufenden Jahr mit 410 Fällen bereits mehr Masern-Erkrankungen als im gesamten vorigen Jahr gegeben. Setzt sich der Trend fort, dürfte also bald wieder die Debatte darüber entbrennen, ob es nicht einen generellen Impfzwang geben muss, gerade für Kleinkinder. Diskutiert wurde darüber zuletzt 2015, als es eine Masernwelle in Berlin gab - samt Todesfall. Doch Zwang ist kein probates Mittel, um die Raten zu erhöhen. Dadurch würde nur der Eindruck entstehen, dass die Politik die Menschen mal wieder bevormunden will. Jene, die eigentlich nichts gegen die Impfung haben, könnten sich dann auf die Seite der Verweigerer schlagen.
Deshalb ist der bessere Weg, immer wieder transparent und sachlich über die Notwendigkeit von Impfungen zu informieren. Dazu gehört übrigens auch der Hinweis, dass die Menschen in vielen armen Ländern froh wären, wenn sie überhaupt die Möglichkeit hätten, sich und ihren Nachwuchs impfen zu lassen.

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