Weiße Flagge

Umweltministerin Barbara Hendricks hat sich bemüht. Doch in Sachen Klimaschutzplan muss die SPD-Politikerin vorerst die weiße Flagge hissen.

Hendricks hat zu viel auf einmal gewollt. Mehr noch: Ihr Entwurf hat sich für Wirtschaft und Verbraucher zum Teil wie ein detailversessener Horrorkatalog gelesen. Genannt seien nur das Verbot von Torf für Hobbygärtner oder die Halbierung des Fleischkonsums bis 2050. Alles begründbar, aber alles auch schwer vermittelbar.
Ein konsequenter Klimaschutz lässt sich eben nur auf dem Papier so leicht verordnen, in der praktischen Umsetzung ist er dann ein extrem schwieriger Prozess. Denn in diesem Bereich sind die Interessenlagen so unterschiedlich wie kaum sonstwo. Deswegen wurde schon vor Hendricks Entscheidung, den Klimaschutzplan zunächst von der Tagesordnung zu nehmen, kräftig in dem Werk gestrichen. Tot ist der Plan freilich nicht. Die Regierung steht beim Klimaschutz seit dem Pariser Abkommen im Wort.
Sie muss nun aber mehr das Machbare als das Wünschenswerte ins Visier nehmen.
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