Edles Werk

Ich finde es außerordentlich gut, dass nun geklärt ist, dass Bürgermeister zum Vorteil der Gemeinden Spenden annehmen dürfen, ohne strafrechtlich verfolgt zu werden. Meines Wissens sind Spendengelder, die jemand gibt, ohne eine Gegenleistung dafür zu erhalten, eben für einen guten Zweck.

Sobald "Spenden" gezahlt werden, um den Empfänger für eine Sache zu gewinnen, der er ohne diese Zuwendung möglicherweise nicht zugestimmt hätte, ist es mindestens eine Manipulation. Wenn eine Gemeinde mit zum Beispiel 150 Häusern und 600 Bewohnern 400 000 Euro erhält und wie in diesem Fall dem Bau eines Windparks zustimmt, dann mag das für den Bürgermeister nebst Gemeinderat, die dem zustimmten, als edles Werk erscheinen. Möglicherweise wurde das ganze in nichtöffentlichen Sitzungen unter größter Geheimhaltung gegenüber der Bevölkerung als wohltätiges Überraschungspaket beschlossen. Die Überraschung ist dann auch groß, wenn die Windräder anfangen, sich zu drehen. Je nach Standort werden die Anlagen einschneidende Einbußen der Lebensqualität verursachen, durch Lärm, Schattenwurf und optische Verschandelung der Landschaft. Einschneidender in der Gemeinde mit den angenommenen 150 Häusern ist aber der Immobilienwertverlust, der bei mindestens 30 Prozent liegt und in diesem Beispiel dann ohne weiteres fünf Millionen Euro beträgt. Möglicherweise gibt es aber noch andere Gründe als Zuwendungen in die Gemeindekassen, die unsere Bürgermeister veranlassen, sich vor den Karren dieser fragwürdigen, Heimat zerstörenden Industrieanlagen spannen zu lassen. Hans-Josef Langen, Roth, Mitglied in der Bürgerinitiative Belgisch-Deutscher Gegenwind