Strassenbau

Zum Artikel "Viel Asphalt heißt viel Naturschutz" (TV vom 17. November) und zur Hochmoselbrücke:

Der Artikel von Katharina Hammermann ist ein echter Hammer! Nun wissen wir, dass der schwerwiegende Eingriff in die Natur eigentlich Naturschutz erst möglich macht. Wie schrecklich muss es um unseren Lebensraum bestellt gewesen sein, ehe dort Beton ausgegossen wurde, eine ökologische Wüste sozusagen. Besonders eindrucksvoll die Bilder einer lächelnden (?) Leiterin des Landesbetriebs Mobilität (LBM) vor einer Pfütze, Verzeihung: einem Feuchtbiotop unter Brückenpfeilern. Das Spiel mit den Zahlen: 57 Millionen Euro. Vielen Dank, sagen Fuchs und Hase, und sagen sich nicht mehr Gute Nacht, wenn die Lastwagenflotte mit Tanks voll Riesling erst nach Belgien zum Vermarkten fährt. Ich kann es gut verstehen, wenn der LBM den Volksfreund vor den Karren eines PR-Artikels spannt. Der Hochmoselübergang ist gar keine Katastrophe, denn da geht es nur um ein Denkmal des Größenwahnsinns, und ganz sicher kommen da tolle Sachen hin: künstlerische Lichtorgien, Bungee-Springen, Frittenbuden, Fast-Food-Aussichtspunkte … Vielleicht sollte sich der FAZ-Schreiberling Strobel mal der Sache annehmen und die Ochsen aus dem Tiefschlaf holen. Zu spät, zu spät. Alles wird gut, denn "viel Asphalt heißt viel Naturschutz". Und die Natur genießen können wir trefflich vom rasenden BMW aus, über uns die Wildbrücken, seitlich die schnuckeligen Biotope mit Mädesüß, Wolfstrapp und Binsen und vor uns eine sich erwärmende Zukunft mit viel, viel Beton und Asphalt. Jörg Stein, Lötzbeuren