Wie Unkraut

Zur Diskussion über die Situation nach der Wahl in Hessen:

Es findet zur Zeit eine Kampagne gegen die Linke statt, die man schlichtweg als undemokratisch bezeichnen muss. Große Teile der Medien machen dort ebenfalls mit. Möglich, dass viele nicht durchschauen, was da abläuft. Ich mag die Linke auch nicht. Das ist halt das Unkraut, das auf dem Mist Kapitalismus so prächtig gedeiht. Ich mag auch Roland Koch nicht und könnte ihn ebenfalls nicht wählen. Allzu frisch im Gedächtnis ist sein letzter Wahlkampf, der rechtsradikale Stimmung nicht nur bediente, sondern auch weckte. Hat nicht der hessische Staatsgerichtshof nach seiner ersten Wahl zum Ministerpräsidenten festgestellt, er sei mit illegalen Mitteln an die Macht gekommen? Nun haben die Hessen bei der letzten Wahl mehrheitlich gegen Roland Koch gestimmt. Wo er nun den Anspruch auf das Ministerpräsidenten-Amt hernimmt, mag der Teufel wissen. Ich weiß es nicht. Da ist aber noch ein anderer Aspekt. Wenn man die Abgeordneten der Linken ausgrenzt, so nimmt man auch deren Wählern die Stimme. Das sind die Verlierer der Globalisierung. Sie können sich meist nicht anders artikulieren als durch Protestwahl. Und nun sollen die wirtschaftlich Ausgegrenzten auch politisch ausgegrenzt werden. Das darf nicht sein! Hier sollten sich alle Demokraten einig sein und sich deren Anliegen besser annehmen.Dieter Springfeld, Kyllburg parteien