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Kultur de Lux: Zeit für das Frühlingserwachen

Luxemburg/Trier. Nachdem es um den Jahreswechsel herum eher ruhig war, legt die Luxemburger Kulturszene ab Mitte Januar so richtig los. Und zwar teilweise in ganz neuen Konstellationen. Dieter Lintz

So macht sich im Spielplan des Grand Théâtre mächtig bemerkbar, dass man das Kapuzinertheater mitübernommen hat. Das Schauspielangebot ist üppiger denn je, und vor allem deutschsprachige Produktionen warten mit Starbesetzungen auf, wie sie in den meisten deutschen Großstädten nicht zu sehen sind.
Eva Mattes, Angela Winkler, Wolfram Koch, Uwe Bohm, Christian Redl, Ulrike Krumbiegel: Wer solche Bühnengrößen erleben will, muss sonst schon zwischen Hamburg und Berlin pendeln. Und Kalibern wie Walter Sittler, Uwe Ochsenknecht, Volker Lechtenbrink, Désirée Nosbusch oder Katja Riemann begegnet man im Normalfall allenfalls auf dem Bildschirm - Luxemburg holt sie ins Grand Théâtre, ins Nationaltheater oder nach Esch.
Ein Ausrufezeichen setzt auch das Philharmonische Orchester OPL. Zu Jahresbeginn fusionierte es mit der Philharmonie, aber schon die ersten Monate in der neuen Zweckgemeinschaft machen deutlich, dass das künstlerische Profil unter dem gemeinsamen Dach weiter geschärft werden soll. Zehn Konzerte in drei Monaten, gespickt mit hochkarätigen Gästen wie Daniel Müller-Schott und Heinz Holliger, zeigen, wo es langgehen soll. Auch und gerade angesichts der Promi-Konkurrenz in der Philharmonie, von Lang Lang bis Diana Damrau.
Der Printemps musical feiert derweil in diesem Frühjahr seine 30. Auflage und erweist sich als florierender Anziehungspunkt für Freunde des Jazz und der Weltmusik. 14 Abende mit profilierten Formationen aus vier Kontinenten: Wo sonst organisiert das kommunale Tourismusbüro eine Konzertreihe von vergleichbarer Qualität?
Auch die Preise sind mehr als respektabel, jedenfalls bei öffentlichen Veranstaltern. Reguläre Tickets fürs Schauspiel gibt\'s meistens ab 15 Euro, und selbst bei den edelsten Star-Konzerten hat man in der Regel ab 35 Euro ein warmes Plätzchen sicher. Für Menschen bis zum Alter von 27 Jahren gibt es noch einmal drastische Rabatte, ebenso wie für die vielfältigen Abo-Pakete.
Und selbst bei den "Privaten" in der Rockhal liegen die Preise für Events wie Chris Rea oder Nightwish allemal einen Zehner unter den deutschen Standards. Von den fünf (ermäßigt für Jung und Alt: drei) Euro für das Mudam-Museum gar nicht zu reden.
Zeit also für ein kulturelles Frühlingserwachen. Egal, ob Klassik, Rock, Pop, Schauspiel, Kabarett oder Ausstellung. Luxemburg hat von allem was zu bieten.
Kooperationspartner der Kultur de Lux sind die Philharmonie, das Grand Théâtre und das Tourismus-Büro der Stadt Luxemburg. Fotos stammen, soweit nicht anders angegben, vom Veranstalter.
Dieter Lintz