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Kolumne Mahlzeit
Schwarzes Essen ist nicht gesünder

Susanne
Umbach.
Susanne Umbach. FOTO: Stefan F. Saemmer
Keine Frage: „Black Burger“, schwarze Pizza oder auch „schwarze Smoothies“ sind ein Hingucker. Sie liegen im Trend, das zeigen Fotos in sozialen Netzwerken wie Facebook und Instagram. Die Lust an schwarzem Essen stammt ursprünglich aus Japan.

Es soll gegen Kater oder Jetlag helfen und entgiften, auf Neudeutsch auch „detox“ genannt. Zum Färben dient meist Aktivkohle, die man auch als Farbstoff E 153 bezeichnet. Sie wird unter anderem aus Holz, Torf, Nussschalen oder Kaffeebohnen hergestellt und kommt auch als Färbemittel für Käserinde oder Dragees zum Einsatz. In der Medizin wird Aktivkohle verwendet, weil sie an der Oberfläche ihrer unzähligen kleinen Poren sehr gut andere Stoffe binden kann. Bei der Behandlung von Durchfallerkrankungen hat sich der Wirkstoff bewährt, er bindet Bakterien und Giftstoffe. Allerdings unterscheidet Kohle nicht, welche Stoffe sie anzieht. Sie nimmt auch wertvolle Nährstoffe auf, die der Körper dann nicht mehr verwerten kann. Wird Aktivkohle häufig verzehrt, können Vitamin- und Mineralstoffmangel entstehen sowie Verstopfung. Zu beachten ist, dass auch Medikamente gebunden werden und somit nicht mehr wirken. Wenn nur gelegentlich solche gefärbten Speisen ausprobiert werden, besteht jedoch kein Grund zur Sorge.

Besser ist es, auf natürliche Pflanzenfarben zu setzen. Je bunter der Speiseplan ist, desto vielfältiger ist die Aufnahme an gesundheitsfördernden sekundären Pflanzenstoffen. Beispielsweise lassen die natürlichen Farbstoffe Anthocyane Obst und Gemüse blau, lila oder fast schwarz erscheinen. Brombeeren und dunkle Weintrauben enthalten reichlich dieser gesundheitsfördernden Stoffe.

Übrigens ist ein gesunder Körper mit Leber und Nieren bereits bestens ausgestattet, Schadstoffe auszuscheiden. Das macht angebliche Detox-Produkte überflüssig.

Susanne Umbach, Ernährungsberaterin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

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