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Kolumne Mahlzeit
Kann denn Wasser bio sein?

Susanne 
Umbach.
Susanne Umbach. FOTO: Stefan F. Saemmer
Nahezu jedes Lebensmittel findet sich in Bio-Qualität im Supermarkt. Auch Mineralwasser. Allerdings sucht man auf den Flaschen das EU-Logo oder Deutsche Bio-Siegel vergeblich.

Denn für Bio-Mineralwasser gibt es keine Rechtsvorschriften. Auf den Flaschen prangt dagegen ein blaues Bio-Mineralwasser-Logo. Wodurch unterscheidet sich dieses von anderen, und welches Wasser soll man trinken? Klar ist: Wasser ist DAS Lebensmittel Nummer eins.

Vieles spricht für Wasser aus der Leitung: Trinkwasser wird ständig geprüft und ist von guter Qualität. Daher sind Wasserfilter meist nicht nötig. Wer auf mehr „Blubb“ steht, kann mit einem Sprudelgerät kohlensäurehaltiges Wasser selber herstellen. Zudem erspart Leitungswasser die Schlepperei beim Einkauf, auch das lästige Sammeln der Pfandflaschen fällt weg. Übrigens haben nur wenige Mineralwässer einen hohen Mineralgehalt. Ein Blick aufs Etikett lohnt sich. In Sachen Nachhaltigkeit ist Leitungswasser nicht zu schlagen: Es muss nicht abgefüllt, verpackt und durchs Land transportiert werden. Wer doch Wasser aus der Flasche bevorzugt, sollte zu regionalem Mineralwasser greifen.  Nun zum Bio-Mineralwasser: Um die Frage, ob Hersteller Mineralwasser „Bio“ nennen dürfen, gab es einen langen Rechtsstreit. Abschließend entschied der Bundesgerichtshof, dass der Name „Bio-Mineralwasser“ nur erlaubt ist, wenn Rückstände von Schadstoffen die gesetzlichen Grenzwerte deutlich unterschreiten. Diese Grenzwerte sind in der Mineral- und Tafelwasserverordnung festgelegt. Leitungswasser muss der in einigen Punkten sogar noch strengeren Trinkwasserverordnung genügen.

Susanne Umbach, Ernährungsberaterin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

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