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Mein schöner Garten
Ein Betthupferl aus Hopfen

Kathrin 
Hofmeister.
Kathrin Hofmeister. FOTO: TV / Kathrin Hofmeister
Hopfendolden verwende ich gerne als dekoratives Material in Kränzen und herbstlichen Arrangements. Von Kathrin Hofmeister

 Dieses Jahr sollen sie mir helfen, mein Anti-Stress-Programm zu gestalten. Hopfen hilft bekanntermaßen zu entspannen und bei Nervosität. Seine einschläfernden Qualitäten wussten schon unsere Vorväter zu schätzen.

 Meine Oma hat es mir selbst erzählt: Einmal hätten sie beim Hopfenzupfen auf dem Hopfenlager übernachten müssen. Nie mehr in ihrem Leben habe sie so gut geschlafen wie damals.

Für ein ganzes Hopfenlager reicht meine Ernte nicht aus. Aber ein Betthupferl zur guten Nacht lässt sich schon aus ein paar Ranken mit reifen Zapfen zubereiten.

Den Hopfen stopfe ich in ein kleines Kissen mit Reißverschluss, das ich vorher bereits mit Baumwollwattebausch ausstaffiert habe. Wer den eigentümlichen Geruch des Hopfens überdecken will, kann getrocknete Lavendelblüten dazugeben. Sie wirken ebenfalls beruhigend. Das Kissen legt man sich neben oder unters Kopfkissen.

Besonders beruhigend finde ich, dass die Zutaten für das Experiment vor der eigenen Haustür wachsen. Da weiß man, was drin ist. Hopfen lässt sich problemlos im Garten ziehen. Die Schlingpflanze kann man an einem Zaun emporleiten, über eine Mauer legen oder alte, abgestorbene Bäume damit zuranken lassen.

Sammelt man die Fruchtzapfen zur Reifezeit im September, erkennt man beim Wegklappen der Zapfendeckblätter kleine, gelbe Drüsen. Sie enthalten den fürs Bierbrauen wichtigen Bitterstoff Lupulin.

Mancher hält die Lupulin-Drüsen für den wirksamsten Bestandteil der Heilpflanze. Wahrscheinlicher ist es das Zusammenspiel aller Inhaltsstoffe, die Hopfen zu einem hervorragenden Beruhigungsmittel machen.

Kathrin Hofmeister

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