Beispiel für die gesamte EU

Die luxemburgische Staatsregierung möchte die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit ihren direkten Nachbarn weiter ausbauen und vertiefen.Unsere Großregion umfasst ein Fünftel sämtlicher Grenzgänger in der EU.

Seit 1995 treffen sich die Ministerpräsidenten und Präsidenten der Exekutiven, um ihre Politik abzustimmen. Das ist nicht ganz einfach weil ein souveräner Staat wie Luxemburg andere Gestaltungsmöglichkeiten besitzt als ein französischer Generalrat. Dennoch ist diese einzigartige Form der regionalen Zusammenarbeit in Europa für alle Partner von berechtigter Bedeutung.

Ich denke etwa an die Entwicklung hin zu einer polyzentrischen Metropolregion. In diesem Zusammenhang ist der kontinuierliche Aufbau einer Universität der Großregion ein sehr wichtiges Ziel. Die Integration der Hochschul- und Forschungsnetzwerke, die Mobilität der akademischen Gruppen werden die Wissensgesellschaft weiter stärken und positive Auswirkungen auf Wirtschaft und Beschäftigung haben.

Unsere Großregion hat die internationale Finanzkrise gut überstanden. Bei der Wettbewerbsposition haben unsere einzelnen Partner im europäischen Vergleich Plätze gewonnen. Es gibt also durchaus positive Meldungen für die Großregion zu vermerken.

Eine andere Ebene der Zusammenarbeit ist die bilaterale. Hier gibt es am meisten Entwicklungspotenzial, hier können viele Projekte relativ schnell umgesetzt werden. Die luxemburgische Regierung möchte mit ihren Nachbarn konkrete bilaterale Akzente setzen. So findet am 6. Mai 2014 eine gemeinsame Kabinettsitzung zwischen Luxemburg und Rheinland-Pfalz in Trier statt. Es sollen sämtliche Aspekte der Kooperation behandelt werden, vom Schienenverkehr, der Berufs- und Weiterbildung bis hin zu den erneuerbaren Energien.

In unserem europäischen Kernraum findet gelebtes und erlebbares Europa tagtäglich statt. Das Leben in unserer Modellregion ist ein Beispiel für die gesamte EU, aber auch für Besucher aus anderen Kontinenten. Das sollte uns allen noch viel stärker bewusst werden.

Corinne Cahen, Ministerin für die Zusammenarbeit in der Großregion, Luxemburg