Der Tanz um Nero ...

Die Stadt Trier muss sich wegen des abgesagten Tanzspektakels NeroHero heftige Kritik des Steuerzahlerbundes gefallen lassen. Für die nicht stattgefundene Aufführung musste die Stadt 130 000 Euro zahlen.

"Wir geben jetzt Geld für nichts aus." Zerknirscht musste Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) im Juni eingestehen, dass die Stadt trotz der Absage des groß angekündigten Multimedia-Tanzspektakels NeroHero über das dekadente Leben des römischen Kaisers Nero vor der Porta Nigra Geld in den Sand gesetzt hat. Exakt 130 000 Euro. Die Schuld an dem Debakel schoben sich der Trierer Theaterintendant Karl Sibelius und Kulturdezernent Thomas Egger gegenseitig zu. Dass NeroHero trotz Absage noch einmal bundesweit Schlagzeilen macht, damit hat wohl keiner gerechnet. Der Steuerzahlerbund sieht darin ein Beispiel dafür, wie aus einem ambitionierten Projekt ein teurer Flop wird. "Satte" 377 000 Euro Ausgaben seien für das Spektakel geplant gewesen. Finanziert werden sollten sie aus dem Eintrittsgeld, aus Mitteln der Stadt und des Landes sowie durch Sponsoren. Doch die Sponsoren blieben aus, und Eintrittskarten wurden auch in kaum nennenswertem Umfang verkauft. Daher sei die Veranstaltung zum Scheitern verurteilt gewesen, meint der Steuerzahlerbund. Im April erfolgte die Absage. "Aber selbst eine abgesagte Veranstaltung gibt es nicht zum Nulltarif", heißt es im Schwarzbuch. Weil bereits Verträge etwa mit Künstlern geschlossen worden waren, musste die Stadt 130 000 Euro zahlen. In Anspielung auf die Brutalität Neros witzelt der Steuerzahlerbund: "Ein Glück für die Verantwortlichen, dass wir nicht mehr in Neros Zeiten leben. Der launenhafte Kaiser wäre angesichts dieses Fiaskos gewiss nicht so nachsichtig wie die Steuerzahler." wie