Langes Suchen nach der Wahrheit

Langes Suchen nach der Wahrheit

SPANGDAHLEM/BERLIN. Dass die Kampfflugzeuge weiter auf der Air-Base stationiert bleiben, ist heute sicherer als noch vor einigen Wochen. Wie sicher der Verbleib ist, wird sich im Sommer zeigen. Dann entscheidet der Kongress und beendet damit die andauernden Spekulationen.

Für Elke Leonhard war die Sache schon am Mittwochmorgen glasklar: "Ich habe sichere Informationen, dass die F 16 und A 10 weiter in Spangdahlem stationiert bleiben", sagte die SPD-Bundestagsabgeordnete. Es gebe einen Brief eines hochrangigen US-Militärs an das Bundesverteidigungsministerium, der das Verbleiben des 52. Jagdgeschwaders bestätige. "Das ist eine gute Nachricht für die Eifel", sagte Leonhard. Diese Aussage hat aber einen Haken. "Ein solches Schreiben liegt uns nicht vor", sagt Oberstleutnant Uwe Klein, Pressesprecher des Verteidigungsministeriums. Zudem sei das Auswärtige Amt für solche Angelegenheiten zuständig. Dort ist aber auch kein Brief mit der guten Nachricht eingetrudelt, wie eine Sprecherin des Auswärtigen Amts versichert. Da auf deutscher Seite keine konkrete Bestätigung für das Verbleiben der F-16- und A 10-Jets in Spangdahlem zu erhalten ist, kann diese nur noch von US-amerikanischer Seite kommen. Doch auch Wolfgang R. Hofmann, Leiter des in Ramstein beheimateten Referats Öffentlichkeitsarbeit im Hauptquartier der amerikanischen Luftstreitkräfte in Europa, kann nicht mit der Aussage dienen, dass die Kampfjets in der Eifel bleiben. Eine Rücksprache mit dem Europa-Hauptquartier in Stuttgart bringt ebenfalls keine Lösung der Frage, wie sicher die von Elke Leonhard angegebene Quelle für den Verbleib der Jets ist. Selbst seinen kommandierenden General versucht er dazu zu befragen. Aber der weilt in Afrika und nicht erreichbar. Ebenfalls nicht weiterhelfen kann Iris Reiff, Sprecherin des 52. Jagdgeschwaders, das von Spangdahlem aus operiert. Letztlich nicht zur Klärung beitragen kann auch der neue rheinland-pfälzische Innenminister Karl-Peter Bruch. Der lässt zwar verkünden, dass die Jets in der Eifel bleiben. "F 16-Geschwader bleibt in Spangdahlem" heißt es da, auch wenn kein solches Geschwader existiert, sondern nur ein 52. Jagdgeschwader, zu dem zwei F 16 und eine A 10-Staffel gehört. Als Quelle für sein Wissen gibt Bruch jedoch das Bundesverteidigungsministerium an. Eben jenes Ministerium, dessen Sprecher den Medien gegenüber den Verbleib nicht bestätigen kann, da die Entscheidung noch nicht gefallen sei. Aus dem Puzzle-Spiel des Bestätigen in Kombination mit einer Einschätzung der Lage ergibt sich am Ende dann aber doch noch ein Bild, das die Aussage der Bundestagsabgeordneten Elke Leonhard bestätigen könnte. Wenn auch mit einem kleinen Zusatz, der nicht unter den Tisch fallen darf: Der Kongress hat letztendlich das Sagen, welche Standorte betrieben werden und welche nicht. Der Kongress hat das letzte Wort

Die Air-Force hat jedenfalls vor, die Air-Base für Kampfjets und Transportmaschinen zu nutzen. Deshalb sollen im kommenden Jahr rund 58 Millionen Dollar – unter anderem für den Neu- und Ausbau von Wohnanlagen und für einen neuen Kontrollturm – investiert werden. Dies bedeutet, dass die Air-Force weiter in der Eifel aktiv bleiben will. Denn General James Jones, Chef der US-Streitkräfte in Europa, hatte nämlich erklärt, dass kein Geld in Einrichtungen investiert werde, die in Kürze nicht mehr gebraucht würden. Nun muss noch der amerikanische Kongress über die Freigabe der Mittel entscheiden. Dies geschieht voraussichtlich im Sommer, spätestens nach den Kongressferien. Die Zustimmung der beiden Häuser gilt derzeit als sicher.

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