Quadriga mit Achsenbruch

"Als richtige Quadriga, die den Sport in Rheinland-Pfalz gemeinsam führen kann" hatte Dieter Noppenberger, Präsident des Sportbunds Pfalz, die neue Spitze im Landessportbund (LSB) beschrieben. Das war im Sommer 2004, nach der Wahl Egon Hebergers an die LSB-Spitze.

Heberger und seine Stellvertreter, die Präsidenten der regionalen Sportbünde Rheinhessen, Pfalz und Rheinland, wollten Seite an Seite zu neuen Ufern aufbrechen. Inzwischen hat die Quadriga einen kapitalen Achsenbruch erlitten. Sieben von neun Präsidiumsmitgliedern fordern Heberger zum Rücktritt auf. Dieser Beschluss wird aber nur von den Sportbünden Rheinland und Rheinhessen mitgetragen, die Pfalz klingt sich aus. Ein tiefer Graben spaltet somit den rheinland-pfälzischen Sport. Mal wieder. Bereits 2003 gab es immer wieder heftige Querelen zwischen Hebergers Vorgänger Rüdiger Sterzenbach und seinen drei Vizepräsidenten um die personelle Verflechtung zwischen den Sportbünden und der Lottogesellschaft, deren Gesellschafter sie sind. Damals wie heute gewinnt der Betrachter den negativen Eindruck, dass sich Funktionäre nur mit sich selbst befassen, sei es aus Eitelkeit oder einem anderen Grund. Die Sportbünde und der LSB definieren sich als Dienstleister für die Sportvereine. Dieser Anspruch wird durch ständige Personalstreitigkeiten jedoch ad absurdum geführt. Wird dieses Bild nicht rasch gerade gerückt, greift wieder eine Strukturdiskussion im rheinland-pfälzischen Sport um sich, die vor allem die regionalen Bünde fürchten wie der Teufel das Weihwasser. m.blahak@volksfreund.de

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