Trierer OB: Bei Abstieg kein Stadion

Trierer OB: Bei Abstieg kein Stadion

TRIER. (fcg/AF) Alles oder nichts: Eintracht Trier fiebert dem Schicksalsspiel am Sonntag in Saarbrücken entgegen. Der letzte Spieltag wird entscheiden, ob der Fußball-Zweitligist die Klasse hält. Im Falle des Ligaverbleibs rechnet der Klub-Vorstand mit einem Aufschwung. Beim Abstieg sind die Stadion-Pläne vom Tisch.

Bis zu 4000 Eintracht-Fans werden den Zweitligisten beim Auswärtsspiel in Saarbrücken unterstützen. Eintracht-Vorstandsmitglied Dieter Friedrich hat keinen Zweifel am Klassenerhalt: "Wir regeln das am Sonntag." Dennoch setzt sich der Finanz-Experte auch mit einem Abstieg auseinander. Die beiden Szenarien im Überblick.Variante 1, Klassenerhalt: Eintracht Trier geht dann mit einem Etat von 5,5 Millionen Euro in die nächste Zweitliga-Saison. Rund 3,5 Millionen Euro erhält der Verein aus Fernsehgeldern. "Dann wird ein Aufschwung kommen", verspricht Friedrich. Ein mögliches neues Stadion in Trier brächte ebenso neue Euphorie wie die Weltmeisterschaft 2006. Nach der WM rechnet Friedrich zudem mit höheren Fernsehgeldern. Auch sportlich sieht es dann gut aus: Die Leistungsträger haben allesamt Verträge, ebenso das Trainergespann Paul Linz und Arno Michels. Variante 2, Abstieg: Die Variante ist unwahrscheinlicher. Eintracht Trier hat bei zwei Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz gute Karten. Der Alptraum für die Eintracht und ihre Fans wird wahr, wenn der Klub nicht gewinnt, Cottbus nicht hoch beim KSC verliert und Ahlen zugleich sensationell bei 1860 München siegen sollte. Die Eintracht steht wirtschaftlich gut da und wird diese Saison wieder mit einem Plus abschließen. Gewinne sind in der Regionalliga nicht mehr zu erwarten. Im Abstiegsfall reduziert sich der Etat auf 1,5 bis maximal 1,8 Millionen Euro. Friedrich beziffert die Fernsehgelder in der Regionalliga auf etwa 350 000 Euro. Die Verträge der meisten Spieler (Ausnahme: die jungen Spieler) gelten nur für die zweite Liga, ebenso der Vertrag von Trainer Linz. Im Abstiegsfall müsste neu verhandelt werden. Definitiv vom Tisch wären bei einem Abstieg die Stadionpläne: "Darüber sind sich im Stadtrat alle einig", stellt der Trierer Oberbürgermeister Helmut Schröer klar. Allenfalls "geringfügige Sanierungen" seien dann noch möglich. Unterstützung im Kampf um den Klassenerhalt erhält die Eintracht von Ministerpräsident Kurt Beck: "Trier schafft das am Sonntag." Auch der geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger drückt die Daumen: "Die Eintracht ist wichtig für die Region."

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