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Mord an Unternehmer-Paar
Verdächtiger Enkel gab sich bei der Polizei betroffen

Der Angeklagte Enkel der Mordopfer (2.v.l.) sitzt vor Beginn des Prozesses zwischen seinen Anwälten (Archivbild).
Der Angeklagte Enkel der Mordopfer (2.v.l.) sitzt vor Beginn des Prozesses zwischen seinen Anwälten (Archivbild). FOTO: dpa, hka axs
Wuppertal. Nach dem Doppelmord am Wuppertaler Unternehmer-Ehepaar Springmann soll sich der inzwischen verdächtige Enkel in den ersten Vernehmungen weinerlich und betroffen gezeigt haben. Das haben zwei Ermittler am Montag im Mordprozess gegen den 26-Jährigen berichtet.

So habe der Enkel damals geschluchzt und um ein Taschentuch gebeten. Das Tuch sei nach der Vernehmung aber trocken gewesen.

Die Verteidiger kritisierten, dass der 26-Jährige zunächst als Zeuge vernommen worden sei. Er hätte schon damals als Beschuldigter vernommen werden müssen. Dem widersprachen die Vernehmungsbeamten: Der Enkel habe damals noch nicht unter Verdacht gestanden.

Er habe ausgesagt, am Tattag in einer Luxuslimousine unterwegs gewesen zu sein, mit dem er nicht bei seinen Großeltern vorfahren wollte. Deswegen habe er das Auto getauscht und sich etwas verspätet. Weil die Großeltern sich gestritten hätten, habe er sie nach Kaffee und Kuchen am Tattag zudem früher verlassen als sonst. Beide hätten noch gelebt.

Am Wuppertaler Landgericht sind der 26-Jährige und sein mutmaßlicher 45 Jahre alter Komplize wegen zweifachen Mordes angeklagt. Beide sollen die 91 und 88 Jahre alten Eheleute vor einem Jahr in deren Villa erst niedergeschlagen und dann erdrosselt haben. Beide bestreiten die Tat. Ihnen droht lebenslange Haft.

(lsa/lnw)