Als die Milch noch in die Kanne kam

Berichte und Fotos gesucht : Prümer Museum plant neue Ausstellung über Landwirtschaft und Molkereien

Der Prümer Museumsleiter plant eine neue Ausstellung. Im Fokus stehen die Landwirtschaft und die Entstehung der Molkereien. Berichte und Fotos werden noch gesucht.

Mit der Entwicklung der Landwirtschaft  beschäftigten sich die Redakteure der Eifeler Volkszeitung auch 1930 schon. Das beweist ein alter Zeitungsband, archiviert zwischen zwei braunen, vergilbten Buchdeckeln. Den hat Matthias Kockelmann, Leiter des Museums Prüm, zu Rate gezogen, denn auch er interessiert sich für dieses Thema, weil er zurzeit eine neue Ausstellung vorbereitet mit dem Titel: „Die Milchgewinnung von früher bis heute“.

Alte Zeitungen, Bildbände, Stadtarchive oder das Internet sind die Quellen, die Kockelmann anzapft, um mehr über frühere Zeiten zu erfahren. Vor sechs Jahren ist Kockelmann in die Fußstapfen von Franz-Josef Faas getreten, der das Museum aufgebaut und 25 Jahre lang geleitet hat. „Die haben lange jemanden gesucht und keinen gefunden. Da hat sich wohl keiner rangetraut“, vermutet der 73-Jährige aus Prüm.

Nun ist der ehemalige Landvermesser vom Katasteramt Herr über mehr als 10 000 Exponate, verteilt auf etliche Zimmer auf insgesamt 1300 Quadratmetern über vier Etagen. Eine ungeheure Fläche – schier zum Verlaufen. „Das war hier mal ein Krankenhaus“, erklärt er. Daran erinnert heute nichts mehr. Lediglich die alte Zahnarztpraxis verbreitet noch etwas medizinisches Flair. „Auf dem Behandlungsstuhl habe ich auch schon als kleiner Junge gesessen“, sagt Kockelmann und lacht. Also ganz so historisch, wie erst angenommen, ist sie dann wohl doch nicht.

So manche Sache gibt es im Museum zu entdecken, die man noch aus der eigenen Kindheit  kennt. Vieles ist natürlich auch wesentlich älter. „Die Zimmereinrichtungen stammen zum Teil aus den Jahren zwischen 1860 bis 1950“, sagt Kockelmann.  Das Museum  ist heimatkundlich ausgerichtet.

Es gibt eine Puppenausstellung, eine ganze Etage, die sich dem Handwerk widmet, Wohnkultur, Prümer Geschichte und noch vieles mehr. „Obwohl ich jetzt schon sechs Jahre dabei bin, entdecke ich immer noch was Neues, das mich fasziniert“, sagt der Museumsleiter. Zuletzt hat er sich mal die Drucksetzmaschine aus dem Jahr 1895 genau vorgenommen. „Und dann habe ich mir im Internet auf Youtube einen Film angesehen, der zeigt, wie die mal funktioniert hat.“

Zurzeit richtet er ein Zimmer zum Thema Eisenbahn wieder neu her. Zu tun gibt es immer etwas im Museum. Neue Vitrinen einrichten, die Beleuchtung verbessern, ein bisschen umräumen. „Ich habe ein Team von vier Helfern. Außerdem gibt es insgesamt noch 16 Aufseher“, sagt Kockelmann.

2018 besuchten 600 Menschen das Museum. In diesem Jahr ging der Trend erfreulicherweise wieder nach oben, da rechnet er mit 1000 Besuchern bis Ende Dezember. „Im Sommer kommen viele Gäste von auswärts.“ Darunter seien vor allem viele Niederländer, beobachtet Kockelmann.

Damit es auch im kommenden Jahr einen Grund gibt, das Museum wieder zu besuchen, plant er eine neue Ausstellung über die Milchgewinnung. Und da hofft er auf die Mithilfe der Eifeler. Gerätschaften wie Milchkannen und Butterfässer hat er schon. Auf der Suche ist er noch nach Bildern von ehemaligen Molkereien, innen wie außen, und nach Berichten darüber, wie die Menschen früher die Milch verarbeitet haben.

Ganz fremd ist ihm das Thema nicht. Auch seine Eltern waren Landwirte in Pronsfeld. Damals wurde die Milch noch in Kannen auf sogenannte Milchböcke gestellt und vom Lastwagen abgeholt. Ein Teil der Milch wurde zu Hause zu Butter verarbeitet. „Das hat zwischen 30 Minuten bis zu einer Stunde gedauert, bis man die Milch per Hand zur Butter geschlagen hat“, weiß er aus eigener Erfahrung, „Ich fand das ziemlich langweilig. Das hat auch hauptsächlich meine Großtante gemacht.“

Wer also daheim noch Fotos findet oder einen Bericht schreiben möchte, wendet sich an die Verbandsgemeindeverwaltung, Telefon 06551/9430 oder an Matthias Kockelmann, Telefon 0151/58374846.