Ausgezeichneter Platz mit vager Zukunft

Ausgezeichneter Platz mit vager Zukunft

OBERWEIS. Ungeachtet der Auszeichnung als einer der vorbildlichsten Campingplätze in Deutschland geht das Hickhack um die Oberweiser Anlage weiter. Landrat Roger Graef hat sich derweil als Vermittler angeboten.

"Familiär, einladend und gastfreundlich", "international und zielgruppenorientiert" sowie "kooperativ und marketingorientiert". So überschreiben die Juroren des Bundeswettbewerbs "Vorbildliche Campingplätze in Deutschland" ihr in einer Broschüre abgedrucktes Urteil über die Anlage in Oberweis. Das freut Pächter Alwin Köhler natürlich. Auch sind er und seine Mitarbeiter mehr als nur ein wenig stolz darauf, dass im Herbst der Oberweiser Platz den fünften Stern erhält und damit als Platz der höchsten Kategorie anerkannt wird. Auf der anderen Seite steht Köhler jedoch zu seiner Ankündigung, seine Zelte in Oberweis abzubrechen (der TV berichtete). "Es ist ein Wellenbad der Gefühle", sagt er. In diesem Jahr gewinne er mit seinem Team zusammen die Goldmedaille im Bundeswettbewerb, spätestens im kommenden Jahr will er seine Köhler-Stuben verkauft und die Campingplatz-Geschäfte abgegeben haben. Verwaltungsgericht muss entscheiden

Nach wie vor nicht infrage kommt für den Gastronomen, die Anlage weiter zu pachten, wenn die Ortsgemeinde Camping- und Sportplatz zurückerhält. "Auch wenn mir dies von Vertretern der Gemeinde angeboten worden ist", sagt Köhler. Ehe die Ära des aus Bettingen stammenden Gastronomen in Oberweis zu Ende geht, müssen aber noch grundsätzliche Fragen geklärt werden. So ist ein beträchtlicher Teil der Platz-Infrastruktur im Gebäude des Restaurants untergebracht. Und das ist in Köhlers Besitz und soll verkauft werden. Außerdem ist der Betreiber im Lauf der vergangenen Jahre für die Verbandsgemeinde Bitburg-Land finanziell in Vorlage getreten. Auf rund 400 000 Euro schätzt Köhler die Summe, die die Kommune als Eigentümer hätte zahlen müssen. "Die möchte ich natürlich vom Besitzer der Anlage in irgendeiner Form wiederhaben", sagt Alwin Köhler. Egal ob dieser Verbandsgemeinde Bitburg-Land oder Ortsgemeinde Oberweis heiße. Nach Köhlers Worten sei für ihn wichtig, dass er die Anlage an seinen Nachfolger in solch einem Zustand übergebe, dass möglichst viele der bis zu 26 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Dies sei er den Mitarbeitern schuldig, die gute Arbeit geleistet hätten. Die Eigentumsfrage ist derweil nach wie vor nicht geklärt. Beim Verwaltungsgericht Trier ist eine Klage auf Rückübertragung von Camping- und Sportplatz anhängig. Zuvor war die Ortsgemeinde im Verbandsgemeinderat Bitburg-Land, in einem ersten Verfahren vor dem Verwaltungsgericht und vor dem Kreisrechtsausschuss des Landkreises Bitburg-Prüm mit diesem Ansinnen gescheitert. Nach einem Urteilsspruch wird der unterlegenen Partei vermutlich der Weg zum Oberverwaltungsgericht offen stehen, da es bei dem wohl einmaligen Rechtsstreit um grundlegende Fragestellungen geht. Die Verbandsgemeinde Bitburg-Land verhält sich erst einmal abwartend. Bürgermeister Jürgen Backes sagte dem TV, dass er die politischen Gremien unterrichten wolle. Es habe ein Gespräch zwischen ihm und Pächter Alwin Köhler gegeben. Dieser solle die Gründe für die angestrebte Kündigung schriftlich darlegen. Die verfahrene Situation zwischen Ortsgemeinde, Verbandsgemeinde und Pächter hat nun auch Landrat Roger Graef auf den Plan gerufen. Er möchte vermitteln. "Wie die Auszeichnung zeigt, hat der Campingplatz Oberweis eine große Bedeutung für den Tourismus in der Eifel", sagt Rudolf Müller, Pressesprecher des Landkreises. Zudem gehe von ihm eine große Wirtschaftskraft aus. "Dies darf nicht leichtsinnig aufs Spiel gesetzt werden", sagt Müller. Landrat Roger Graef wolle jedoch nur dann vermittelnd tätig werden, wenn die juristischen Auseinandersetzungen beendet sind und dies alle Parteien wollen.