Bergrennen: Die Südeifel im Ausnahmezustand

Bergrennen: Die Südeifel im Ausnahmezustand

Ein Verein feiert, und eine ganze Region fiebert mit: Zum 50. Mal wird am Pfingst-Wochenende das internationale Wolsfelder Bergrennen des Eifel Motor Sport Clubs (EMSC) Bitburg ausgetragen. Für Stadt, Verein, 150 Helfer, aber auch für das Bitburger Land ist es ein Ereignis besonderer Art.

Wolsfeld. Das Festzelt hinter der Nimsbrücke steht, der Streckenaufbau hinauf nach Wolsfelderberg liegt in den letzten Zügen. Die Gemeinde hat sich herausgeputzt für ihre Gäste. 1250 ausgediente "Schlappen", alte Rennreifen also, hat Alois Hoffmann wie seit vielen Jahren mit seinen Helfern in gewohnter Manier an die Strecke geschafft. Dort werden die Reifen fachmännisch an den Leitplanken befestigt, um eventuell einschlagende Fahrzeuge abzufedern. Die Zuschauerplätze entlang der 1640 Meter langen Streckenführung wurden fest installiert, die Beschallung gesichert, Werbebanner aufgebaut, Bier- und Bratwurststände warten auf die Besucher.
"Wir sind gerüstet, die Gäste können kommen", betonen EMSC-Präsident Christoph Schackmann und Rennleiter Günter Hoor gemeinsam im Brustton der Überzeugung. Sie und der gesamte ausrichtende Verein sind sich der jährlichen Unterstützung der Wolsfelder Vereinsgemeinschaft sicher. Das organisierte Helfer-Trio, bestehend aus freiwilliger Feuerwehr, Musikverein und Sportverein, weiß aus vielen Jahren kollektiver Mitarbeit, was im Vorfeld, an den Renntagen, aber auch beim Abbau alles zu bewerkstelligen ist. "An Pfingsten weiß jeder, dass er gebraucht wird", sagt Hoffmann, selbst 25 Jahre Wehrführer vor Ort. Seit 47 Jahren ist der 64-Jährige Mitglied im EMSC. So etwas verbindet, macht aus dem "Job" eine Herzensangelegenheit.
Einige Tausend Besucher werden zum 50. Geburtstag des Wolsfelder Bergrennens wieder in der Südeifel erwartet. Da der Wettbewerb auch zur Bergmeisterschaft des Großherzogtums zählt, sind die "Union des Pilotes" und deren Freunde und Fans besonders zahlreich vertreten. Seit Jahren schon verbinden regelmäßige Besucher das motorsportliche Ereignis mit einer Stippvisite in die Eifel, um sich dem Charme und den natürlichen Vorzügen der Region hinzugeben. "Es bleibt ja auch was hängen fürs Dorf", weiß Alois Hoffmann.
Geschäfte, Gaststätten, Hotels, Pensionen, Tankstellen: Sie alle profitieren vom "Großen Preis der Südeifel". Zum traditionellen Sommernachtsball am Pfingstsonntag vor dem Renntag werden auch zahlreiche Gäste aus den umliegenden Ortschaften im Festzelt erwartet. Um unliebsamen Begleiterscheinungen nach der nächtlichen PS-Party für die Anwohner vorzubeugen, hat der Veranstalter Zäune an den Anwesen in der Holsthumer Straße installieren lassen und den Wachdienst verschärft. "Wir tragen jede nur erdenkliche Vorsorge in dieser Richtung", betont die Vereinsspitze.
An beiden Tagen (Sonntag und Montag) beginnt das sportliche Geschehen bereits um neun Uhr morgens. Während sonntags die Trainingssitzungen absolviert werden, geht es in den angestrebten vier Rennläufen am Pfingstmontag um Punkte, Pokale und das "Goldene Bitfässchen" für den Gesamtsieger. Für ausreichend Parkgelegenheit ist auch in diesem Jahr gesorgt: Auf den Wiesen am Nims-Ufer finden die Fans Platz für ihre Fahrzeuge. Was jetzt noch fehlt, sind eine trockene Strecke und möglichst viel Sonnenschein.