Kommunalpolitik: Bitburg braucht mehr Kita-Plätze – dringend!

Kommunalpolitik : Bitburg braucht mehr Kita-Plätze – dringend!

Rund 75 Kita-Plätze fehlen in der Kreisstadt. Aber das Großprojekt in der Kaserne schleppt. Nun muss eine Zwischenlösung her.

Die Wartelisten sind lang. Die Eltern verzweifelt. In den Kindertagesstätten in Bitburg ist jeder Platz belegt. Wer keinen hat, hat ein Problem. Das weiß auch die Stadt. Nach Angaben der Verwaltung fehlen aktuell rund 75 Kita-Plätze. Und klar ist auch: Der Bedarf wird weiter steigen.

Dass die Stadt handeln muss, ist längst erkannt. Vor drei Jahren bereits hat der Stadtrat beschlossen, in der Alten Kaserne 280 zusätzliche Kita-Plätze zu schaffen. Doch das Projekt war von Beginn an von Rückschlägen und Neustarts geprägt. Erst sollte ein Investor bauen. Doch daraus wurde nichts (der TV berichtete). Nun baut die Stadt selbst, musste europaweit ausschreiben, und der einst für Ende 2018 anvisierte Einzugstermin wurde erst auf 2019 und jetzt auf Mitte 2020 verschoben. So lange können die Eltern nicht warten.

Bitburg sucht eine Übergangslösung. Die Frage ist nur: wo? Damit hat sich der Hauptausschuss am Donnerstagabend beschäftigt. Maria Dingels aus der Verwaltung hat dem Rat in einer Präsentation eine Übersicht samt erster Einschätzung zu Vor- und Nachteilen des jeweiligen Standorts geboten.

Würde die Stadt die vorhandenen Kitas aufstocken, wären nach Angaben von Dingels maximal fünf Kinder pro Kita beziehungsweise ein Kind pro Gruppe möglich. So ließen sich 30 zusätzliche Plätze schaffen, was 1,2 Stellen zusätzlich erfordern würde. Und: „Dann fehlen immer noch 45 Plätze, um den aktuell akuten Bedarf zu decken“, sagte Bürgermeister Joachim Kandels. 

In der engeren Auswahl als Übergangsquartiere sind mehrere Gebäude – darunter auch die Kita auf dem Housinggelände. Das Gebäude ist in einem guten Zustand und ist bereits mit Kindertoiletten ausgestattet. Allerdings liegt es mitten auf dem ansonsten leerstehenden Gelände, das dem Bund gehört, weiter abgesperrt bleiben müsste, was bedeutet: Es bräuchte einen Pförtner- oder Security-Dienst, sollte die Stadt die Kita auf der Housing nutzen wollen. Auch die Sportschule auf dem Flugplatz sowie ein Gebäude in der Alten Kaserne sind im Gespräch. Überall immer die gleiche Frage: Wie viel müsste an den Sanitäranlagen, der Raumaufteilung, der Gestaltung der Außenanlagen und dem Brandschutz getan werden?

Für eine schnelle Lösung sprach sich Johannes Roß-Klein (Grüne) aus. Und schnell bedeutet für ihn, Container aufzustellen – etwa auf der Wiese neben dem Indianerspielplatz. Der liegt aber an einer Sackgasse, was die Erreichbarkeit für die Eltern nicht einfach mache, argumentiert Bauamtsleiter Berthold Steffes und weist darauf hin, dass bei einer reinen Container-Lösung die Kosten explodieren würden. Hinzu kommt: „Das Jugendamt fordert, dass die Gruppenräume in einer richtigen Kita sein müssen und höchstens Nebenräume wie eine Turnhalle oder Waschräume in Container ausgelagert werden können“, erklärt Fachbereichsleiterin Dingels.

Patric Nora (FDP) spricht sich für die Housing aus: „Selbst, wenn sich diese Variante mit Pförtnerdienst als etwas teurer herausstellen sollte, würde das Sinn machen. Diese Kita könnte mit Blick auf die dort geplante Wohnbebauung auch langfristig bleiben.“ Für Irene Weber (SPD) ist die Housing wiederum nicht auf Anhieb die beste Lösung: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir bis nächste Woche wirklich Mietpreise von der Bima genannt bekommen und insgesamt findet ich, dass wir uns in erster Linie fragen sollten, was die Eltern und Kinder wählen würden, und nicht, was mit Blick auf die Stadtentwicklung vielleicht sinnvoll wäre.“

Ziel ist es, dass die Verwaltung bis zur nächsten Stadtratssitzung kommenden Donnerstag Detailberechnungen erarbeitet und der Rat sich dann für eine Variante entscheidet, die – wenn alles gut läuft – bis September umgesetzt werden soll.