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Corona macht Eifel als Urlaubsziel attraktiver

Tourismus in der Region boomt : Reif für die Eifel: Gastgeber freuen sich über mehr Touristen

Weil Auslandsreisen in der Corona-Krise als unsicher gelten, besinnen sich viele Deutsche auf den Urlaub im Inland. Eifeler Gastgeber freut das.

Maar statt Meer, Eifelsteig statt Balearen: Das Virus hat die Reisebranche in diesem Jahr auf den Kopf gestellt. Die Schnäppchenpreise, mit denen unzählige Anbieter die noch im vergangenen Sommer äußerst beliebten Auslandsreiseziele bewerben, lassen die Mehrzahl der Deutschen im Corona-Jahr 2020 kalt. Urlaub vor der Haustür ist angesagt. In insgesamt sieben Bundesländern haben die Schulferien bereits begonnen und es zeichnet sich ab, dass die Eifel in diesem Jahr zu den meistbesuchtesten Regionen Deutschlands zählen wird.

„Wir verzeichnen Rekordbuchungszahlen, die Nachfrage deutscher Gäste in unseren Ferienparks boomt zurzeit“, sagt Simone Clemens vom Unternehmen Landal Greenparks mit zehn deutschen Standorten, unter anderem in Stadtkyll: „Der aktuelle Trend, möglichst nah und in eigenen Unterkünften Urlaub zu machen, beschert uns eine hohe Nachfrage.“

Nachdem  Ende Mai Lockerungen in Kraft traten und die Ferienparks wieder öffnen durften, seien rund zweieinhalbmal mehr Buchungen deutscher Urlauber eingegangen. Auffallend dabei: Auch Regionen, die bisher bei Landal nicht zu den begehrtesten Reisezielen zählten, schneiden bestens ab. Die Buchungen für Eifel, Mosel und den Hunsrück hätten sich fast vervierfacht, sagt Clemens. „Aber es gibt bei den Ferienhäuser bei Landal insgesamt noch mehr freie Kapazitäten, als in anderen Ferienparks.“

 Das Unternehmen TUI (Touristik Union International) bietet mit dem Ableger „TUI Villas“ eines der größten Ferienhausportale Europas, auch zahlreiche Unterkünfte in der Eifel sind über den Branchenriesen buchbar. „Allgemein läuft es sehr gut in Deutschland. Und auch die Ferienhäuser in der Eifelregion sind zurzeit bundesweit stark nachgefragt“, sagt Unternehmenssprecherin Monika Singers. Konkrete Zahlen gebe es noch nicht, sagt Singers: „Ich schätze aber vierzig Prozent Zuwachs dürften wir am Ende des Jahres in der Eifel verzeichnen.“

Vor Ort und abseits aller Statistiken der großen Reiseunternehmen, ist die Welle bereits angekommen. „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir jemals so viele Anfragen zu touristischen Hotspots und Zielen im Gerolsteiner Land hatten, wie derzeit“, sagt Frank Reuter von der Touristik GmbH in der Brunnenstadt.

Seit inzwischen fünf Wochen sei der Ansturm täglich angestiegen. „Man kann es nicht anders bezeichnen: Es ist ein Run auf die Ferienregion“, sagt der Gerolsteiner Touristik-Chef. Mit belegbaren Zahlen kann Reuter mitten in der Saison nicht aufwarten und empfiehlt einen Anruf beim Dachverband, der Eifel Tourismus GmbH in Prüm.

Doch auch dort heißt es: „Wir können einen starken Anstieg der Buchungen in der Region zwar bestätigen, aber im Moment noch nicht genau beziffern.“ Tatsächlich seien doppelte bis dreifache Besucherzahlen im Nationalpark Eifel und an anderen Besuchermagneten, wie der Teufelschlucht in der Südeifel zu verzeichnen.

Aber, da die Schulferien in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland fast gleichzeitig begonnen haben, könne auch das der Grund für gestiegene Besucherzahlen sein. Man müsse das noch analysieren.

Eine bedeutende Veränderung beobachten Sabine und Nevem Becvardi, die das Hotel Eifelblick in Stadtkyll betreiben: „Die Region bot in der Vergangenheit den klassischen Rahmen für Tagestourismus und Kurzurlaub.“ Nun freue man sich darüber, dass Buchungen für zehn oder sogar vierzehn Tage eingehen. Viele der Zimmer seien in diesem Sommer an Familien vermietet.

Vor allem Ferienhäuser und Hotels sind stark nachgefragt. Die Campingplätze der Eifel haben aber immer noch an den Corona-Beschränkungen zu knabbern. „Es geht zwar aufwärts“, sagt Klaus Roden vom Waldcamping Prüm: „Aus dem Minus wegen der Kontaktbeschränkungen seit März holt uns das aber nicht heraus.“

„Wir freuen uns über anwachsende Buchungszahlen, auch Gruppenreisen sind inzwischen erlaubt.“ Viele der Corona-Auflagen gelten aber , sagt, sagt Roden: „„Wir dürfen unsere sanitären Anlagen noch immer nicht im vollen Umfang öffnen - und wenn der Campingplatz voll wird, kriegen wir Probleme.“

Er hoffe auf einen unter diesen Umständen relativ normalen Verlauf der Saison, sagt Erwin Thiex , Betreiber des Campingplatzes in Echternacherbrück. „Aber ich bin froh, wenn sie vorbei ist“, seufzt er. Immer noch herrsche Verunsicherung über Abstands- und Hygieneregeln auf Campingplätzen, weiterhin trudelten viele Stornierungen ein. „Das wird sich in diesem Jahr wohl nicht mehr ändern“, sagt Thiex.