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Ehrenamtler helfen Forstbesitzern

Ehrenamtler helfen Forstbesitzern

Der Eifelwald befindet sich zu einem großen Teil in privater Hand. Damit dieser vernünftig vermarktet wird, engagieren sich beim Waldbauverein Bitburg etwa 120 Ortsvertrauensleute - sie sind das Bindeglied zwischen Waldbesitzern und den Forstämtern.

Irrel/Bitburg. Sie helfen bei der Bestellung von neuen Pflanzen für den Wald, organisieren Veranstaltungen und sind wichtige Mittelsmänner, wenn es darum geht, die Besitzer der kleinen Waldparzellen im südlichen Eifelkreis ausfindig zu machen: Beim Waldbauverein Bitburg engagieren sich rund 120 sogenannte Ortsvertrauensleute ehrenamtlich. Insgesamt hat der Verein rund 1800 Mitglieder. Jetzt hat für diese Vertrauensleute eine Qualifizierung stattgefunden, um deren Einsatz effizienter zu gestalten.
Das Geld dafür, 29 000 Euro, kam zur Hälfte vom Projekt Bioenergieregion Eifel des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Die andere Hälfte hat das rheinland-pfälzische Forstministerium übernommen. Auch der Kreistag, der am kommenden Montag in der Bitburger Kreisverwaltung tagt, befasst sich noch einmal mit diesem Bioenergie-Projekt, das es wohl bald nicht mehr geben wird. Die an dem Projekt (siehe Extra) beteiligten Landkreise haben sich dagegen ausgesprochen, es weiterzuführen.
Schulungen sind wichtig


Kurt Rings hält jedoch die Investition in die Schulungen für wichtig. "Wir wollen schauen, welche Aufgaben unsere Vertrauensleute in Zukunft übernehmen können", sagt der Vorsitzende des Waldbauvereins nach einer Veranstaltung in Irrel, auf der das geförderte Projekt vorgestellt wurde. Konkret geht es darum, dass der Verein den vielen Waldbesitzern dabei behilflich sein will, ihren Forst vernünftig zu vermarkten.
"Der Privatwald in Rheinland-Pfalz ist der kleinteiligste im ganzen Bundesgebiet" sagt Hubertus Mauerhof vom Umweltministerium. Das Land wolle den privaten Bereich der Forstwirtschaft weiter fördern. Aber die Betreuung, die es bislang von Landesseite gibt, könne es in dem Maße nicht mehr geben. Darum ist für ihn die ehrenamtliche Arbeit der Vertrauensleute wichtig. Denn sie könnten einen Beitrag leisten, dass in der Eifel nicht nur durch den Verkauf von Holz, sondern auch die Weiterverarbeitung des wichtigen Rohstoffs Geld verdient wird. Dass das Land in die Qualifizierung Geld investiert ist für ihn daher "Hilfe zur Selbsthilfe".
Für Verständnis werben


So ist dann auch die Finanzspritze zu verstehen, die der Waldbauverein durch das Bioenergieregion-Projekt bekommen hat. Auch wenn es die Bioenergieregion nicht mehr lange geben wird - Arbeit für die Ortsvertrauensleute gibt es aus Sicht von Kurt Rings noch genug: "Wir müssen aus Sicht der Waldbesitzer für Verständnis bei den Kommunen werben", erklärt er. Beispielsweise sei die Forstwirtschaft auf die Benutzung von kommunalen Wegen angewiesen, um Holz transportieren zu können. Auch dabei sollen die Ortsvertrauensleute helfen. slg
Der Kreistag des Eifelkreises Bitburg-Prüm befasst sich am Montag unter anderem noch mit dem Bericht des Beirats für Migration und Integration und mit einem Klimaschutzkonzept für die Eifel. Die Sitzung beginnt um 14.30 Uhr im großen Saal in der Kreisverwaltung.
Extra

Knapp 36 Prozent des Eifelkreises Bitburg-Prüm sind nach Angaben des statistischen Landesamtes bewaldet. Das ist etwas mehr als noch vor 20 Jahren. "Man geht derzeit von 20 000 Waldbesitzern aus", erklärt Kurt Rings vom Waldbauverein. Ihm persönlich ist diese Schätzzahl jedoch zu hoch gegriffen. Er hält es für realistischer, dass es etwa 8000 Waldbesitzer sind. Die Parzellen der Eifeler Waldbesitzer sind im Durchschnitt nicht größer als ein Hektar, eher sogar noch kleiner. slgExtra

Die Kreise Aachen, Düren und Euskirchen in Nordrhein-Westfalen und die Kreise Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm und der Vulkaneifelkreis in Rheinland-Pfalz haben sich 2008/2009 für das Bioenergie-regionen-Projekt beworben. Das Projekt ist vom Bundeslandwirtschaftsministerium ausgeschrieben worden. Ziel des Projekts ist es, die vielen existierenden Initiativen, Gruppen und Netzwerke, die sich in einer Gegend mit erneuerbaren Energien befassen, unter einer Dachmarke zu sammeln. slg