Etwas Neues aus Ruinen

WINTERSPELT. Ein lebendiger Ort, ein engagierter Mann: Ferdinand Mockels setzte sich in uneigennütziger Weise für seine Heimatkirche ein. Viel Zuspruch und Anerkennung wurden ihm dafür zuteil.

"Der Mann hat Großartiges geleistet", urteilen die Bewohner von Winterspelt über den 48-jährigen Junggesellen Ferdi Mockels, der aus Heckhalenfeld stammt. "Heimat, Kirche, Glaube bedeuten mir sehr viel", sagte der gelernte Schreiner, der es nach einer jahrelangen Erkrankung wieder geschafft hat, in seinem Beruf tätig zu werden. "Während der Krankheit flehte ich zum Herrgott um Hilfe, nach erfolgreicher Therapie dankte ich ihm und versprach, etwas Gutes zu tun", erinnert sich Mockels zwölf Jahre später. "Da fiel mir unsere Kirche ein, die schadhaften Altäre, ihr Aussehen", sagt der gläubige Christ. "Ich interessierte mich schon immer für die Schnitzerei", sagt er: "Erst war es ein Blattmuster in Holz, dann ein Wandbrett mit Blumendekor, schließlich ein Spiegelrahmen in florentinischem Barock, das ich fertigte." Selbststudium war Trumpf, Fachliteratur hieß es zu beschaffen und viel zu lesen. Der Autodidakt reifte zum Fachmann für Restauration und Farbgestaltung. "Erst kam der Marienaltar an die Reihe, an dem ich Ergänzungen und Erhöhungen vornahm", sagt Mockels. In der eigenen Werkstatt arbeitete er etwa 130 Stunden für die Wiederherstellung des Seitenaltars. Doch damit nicht genug. Weitere 250 Arbeitsstunden investierte der Hobbykünstler in die Restauration des Hauptaltars. Und das nicht ohne Beobachtung des Bistums: "Da darf nicht jeder ran, ich musste erst meine Qualifikation nachweisen", sagt Mockels, der erst Probearbeiten abliefern musste. Fehlendes Gesprenge wurde von ihm ersetzt, ausgebrochene Teile wurden ergänzt, die Turmspitze neu gefertigt, die Bekrönung neu geschaffen. "Alles musste zuerst entworfen werden", sagt Mockels. Die Vergoldungen schuf er mit 23-Karat-Doppeldukaten-Gold, die farbliche Gestaltung nach festen Vorgaben. "Dabei muss das Anlegeöl flöten, dazu gibt es beim Auftragen mit dem Fingerrücken einen Pfeifton", sagt Ferdi Mockels und flötet genau diesen Ton vor. Ob Schlagleisten, Schloss, Schlüssel für den Tabernakel, ob Zeichnen, Bekrönen oder Oberflächenbehandlung - Ferdinand Mockels hat seine Arbeit fachmännisch abgeliefert. Von vielen Seiten erhielt er Dank und Anerkennung für sein ehrenamtliches Engagement. "Vergelt's dir Gott" und "Danke" - das hörte er in letzter Zeit häufig. Mockels bescheiden: "Die Arbeit war nur ein Dank für meine Heilung, das hatte ich dem Herrgott versprochen." An Pfingsten wurden beide Altäre gesegnet. "Aus Ruinen ist etwas Neues entstanden", sagte Pastor Karl Kneißl an die Adresse des fleißigen Restaurators. Und die Winterspelter Pfarrfamilie zollt ihm großen Respekt: "Er hat Großes für unsere Kirche geleistet", lobt ihn der stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrates, Robert Molitor. Ferdi Mockels hat seiner Heimatpfarrei einen großen Dienst erwiesen. Wenn auch Sie eine historische Anekdote kennen, den Namen eines Hauses oder einer Straße erklären können oder zu einem historischen Ereignis eine persönliche Geschichte zu erzählen haben, schreiben Sie unter dem Stichwort "Dorfgeschichten" mit Namen, Adresse und Telefonnummer an die E-Mail-Adresse eifel@volksfreund.de. Wichtig ist, dass Ihre Geschichte höchstens 2000 Anschläge umfasst.

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