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Soziales
„Hält alles noch 50 Jahre!“

 Von Bitburg nach Kigali: Helfer verpacken tonnenschwere Maschinen und Ersatzteile in einen Container.
Von Bitburg nach Kigali: Helfer verpacken tonnenschwere Maschinen und Ersatzteile in einen Container. FOTO: Alfred Wirtz / Picasa
Bitburg/KIGALI . Der Verein „Handwerk hilft“ hat  eine komplette Schreiner-Werkstatt nach Ruanda geschickt.

(red) Knappe drei Jahre hat es von der Idee bis zur Umsetzung gedauert: Nun schickt der Verein „Handwerk hilft“ einen Container voll mit Maschinen, Zubehör und Ersatzteilen in das Ausbildungszentrum „Centre des Jeunes“ nach Kigali/Ruanda.

„Dabei war die Materialbeschaffung das kleinere Problem, die Maschinen standen schon nach wenigen Monaten bereit“, sagt Vorstandsmitglied Alfred Wirtz. Viel schwieriger gestaltete sich hingegen die bürokratische Abwicklung.

Der Verein Handwerk hilft, der aus einer Initiative der Schreiner-Innung Trier-Saarburg entstanden ist, rief im Kollegenkreis dazu auf, nicht mehr benötigte, funktionstüchtige Maschinen und Geräte für die Schreinerwerkstatt des ruandischen Ausbildungszentrums zu spenden. Zwischengelagert beim Maschinen- und Werkzeughändler Epper in Bitburg wurden diese nun in einen Container verladen.

Die tonnenschweren Güter gehen auf eine sechswöchige Reise, die sie über Rotterdam nach Tansania und von dort auf einen 1500 Kilometer langen Landweg nach Kigali führt.

 Dazu erklärt der erste Vorsitzende Peter Böhm: „Für uns als kleinen Verein ist das schon eine logistische Herausforderung. Unsere Recherchen haben belegt, dass solch ein Projekt durchaus auch mal an der Landesgrenze oder am Zoll scheitern kann, wegen Kleingedrucktem in den Einfuhrbestimmungen oder ungenauer Deklaration. Aber wir haben das alles hinbekommen.“

Das Beladen des Containers war Vereinsarbeit mit der Unterstützung vieler helfender Hände. Dazu sagt Peter Böhm: „Die Idee kommt gut an. Wir erfahren Unterstützung von vielen Seiten. Die Firma Steil übernimmt die Kranarbeiten für die Verladung des Containers, fehlende Gegenstände wurden zur Verfügung gestellt, Firmen wie Leyendecker Holzland und Hees & Peters helfen uns von Anfang an.“ Was die jungen Auszubildenden im Stadtteil Gatenga in Kigali sicher noch nicht wissen: Im Container befindet sich auch ein nagelneuer Kicker für ihren Aufenthaltsraum.

In der Zwischenzeit wurden auch im „Centre des Jeunes“ Vorbereitungen getroffen, Leitungen und Anschlüsse gelegt – der neue Maschinenpark soll sofort betriebsbereit sein. Ganz so neu sind die gespendeten Maschinen natürlich nicht, aber die Experten beim Verladen sind sich einig: „Das ist sicherlich kein High-Tech - hält alles aber noch locker 50 Jahre!“