Handwerk und Schule: In Niederprüm bieten beide eine starke Kooperation.

Schule : Erst ein Funke, dann eine Idee – und jetzt ein stabiles Ergebnis

Am Vinzenz-von-Paul-Gymnasium in Niederprüm entsteht diese Woche eine neue Halle für die Schulgemeinschaft. Hinter der Konstruktion steht eine gelungene Kooperation mit dem Handwerk.

Gerade einmal drei Wochen ist es her, dass die Kinder und Jugendlichen vom Vinzenz-von-Paul-Gymnasium in Niederprüm für die Aktion „Tagwerk“ fleißig arbeiteten und das dabei verdiente Geld spendeten. Für Hilfsprojekte in Afrika kamen tolle 10 200 Euro zusammen, wie Schulleiter Andreas Ostermann sagt.

Das Geld hätten sie andernfalls auch in das aktuelle Vorhaben der Schulgemeinschaft stecken können: In diesen Tagen nämlich entsteht am Sportplatz der Niederprümer eine elegante, große ... ja, was eigentlich? Überdachung? Halle? Wir einigen uns auf „so ähnlich wie ein Carport – nur eben in groß“. Für alles, was eine Schule, in diesem Fall eine christlich ausgerichtete, so macht: Sportliches, Feste, Gottesdienste, Klassennachmittage, zählt Ostermann auf. „Mehrzweck eben.“

Den Ursprung hatte das Projekt in Kleinlangenfeld: Dort wohnen Gabi und Toni Igelmund, Tochter Antonia geht in Niederprüm zur Schule. Gabi ist im Elternbeirat, Toni Zimmermeister bei der Luxemburgischen Holzbaufirma Therres. Und seine Frau, sagt Toni Igelmund, habe den Funken geliefert. Ihr Vorschlag: Man müsste den Schülern mal das Handwerk näherbringen.

Hat offensichtlich funktioniert. Jetzt entsteht in Niederprüm die große Konstruktion. Und es seien, sagt Ostermann, „viele Firmen beteiligt, die uns unterstützend unter die Arme greifen“. Soll heißen: Ein Teil ist gesponsort, anderes zum Einkaufspreis beschafft. Fundamente, Holz, Eisen, Verzinkung, Aufbau. Rund 60 000 Euro, sagt Igelmund, hätte man wohl ausgeben müssen. Jetzt lande man bei „so um die 20 000“. Wer beim Finanzieren noch mithelfen will, kann sich gern an die Schule wenden.

Nicht nur dank der Sponsoren: Aus den beiden Neuner-Klassen a und b erklärten sich zwölf Schüler dazu bereit, beim Aufbau zu helfen. Und sie verbrachten den vergangenen Samstag in Luxemburg: „Da haben wir ihnen das Handwerk vorgestellt“, sagt Toni Igelmund. „Von der Planung am Computer bis zum Holzstreichen.“ Was die Jugendlichen, alle 14 und 15 Jahre alt, dann auch gleich  erledigten.

Und was sagt die Jugend zu der Idee? „Top“, sagt Johannes Schmitz aus Wallersheim. „Weil wir dadurch Zeit kriegen, das Handwerk kennenzulernen und gegen Vorurteile anzugehen.“

„Und es macht viel Spaß“, ergänzt Jan Meuser aus Schloßheck, außerdem sei es doch prima, dass danach der Bau „für schulische Zwecke genutzt werden kann“.

„Wir verewigen uns dadurch ja auch an der Schule“, freut sich Philipp Lenz aus Schwirzheim, Luca Ballmann aus Leidenborn findet es gut, dass „wir uns für die Schule einbringen können“.

Und letztlich, sagt Beatrix Kohl aus Gondelsheim, „stärkt es die Schulgemeinschaft“. Die ohnehin in Niederprüm immer wieder beweist, dass sie eine besondere ist. Auch diesmal.

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