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Hochwasser: Verbandsgemeinde Prüm will Gemeinden schützen

Kommunen : Manchmal hilft bereits ein Mäuerchen

Die Verbandsgemeinde Prüm lädt die Bürger der Abteistadt und aus Pronsfeld in den Ratssaal ein. Zweck: gemeinsam an besserem Hochwasserschutz zu arbeiten. Ein Treffen, dem weitere folgen werden.

Wie schnell ist was passiert: Viel geregnet hat es ja nicht im allzu trockenen Sommer 2018. Aber dann krachte es Ende Mai und Anfang Juni ein paar mal kurz und gewaltig, vielerorts mit nahezu katastrophalen Auswirkungen.

Wie zahlreiche andere Kommunen wurde auch die Verbandsgemeinde (VG) Prüm nach heftigen Gewittern und Regenfällen von verheerenden Überschwemmungen heimgesucht (der TV berichtete).

Die Schäden in den Dörfern waren hoch – nicht nur in den Gemeinden, die direkt an größeren Gewässern liegen. Auch jenseits der Flüsse und Bäche verursachten die Regenfälle große Probleme, unter anderem durch fortgeschwemmtes Erdreich, das von den Hängen hinab in zahlreiche Häuser gespült wurde.

Die Verbandsgemeinde will deshalb für alle Dörfer, Orts- und Stadtteile passende Schutzkonzepte entwickeln, um künftig besser auf solche Naturereignisse vorbereitet zu sein. Und man will dabei ortsbezogen vorgehen, nicht an den Flüssen und anderen Gewässern entlang – denn die Verhältnisse seien für jede Gemeinde anders und deshalb individuell zu betrachten, sagt Bürgermeister Aloysius Söhngen.

Eine erste Zusammenkunft zu diesem Thema hatte die VG Anfang Dezember für die Gemeinden Winterspelt und Bleialf organisiert (der TV berichtete).

Ende des Monats geht es weiter mit einem Termin für die Ortsgemeinde Pronsfeld, für Prüm und die Stadtteile Niederprüm, Dausfeld, Weinsfeld und Steinmehlen.

„Da wird vorgestellt“, sagt Aloysius Söhngen, „was wir untersuchen und machen wollen. Das soll nicht abstrakt geschehen.“ Vielmehr seien die Bürger dazu aufgerufen, „sich aktiv zu beteiligen“. Denn sie kennen die Verhältnisse in ihren Orten. Sie wissen, an welchen Stellen sich Wasser gelegentlich sammelt und zur Gefahr werden kann.

Bei Starkregen aber komme etwas anders hinzu, was Söhngen „punktuelle Ereignisse“ nennt: „Da wird aus einem Rinnsal oder Graben plötzlich ein reißender Fluss, der durchaus Haus und Hof bedrohen kann.“

Die Bürger der genannten Orte sind deshalb zu diesem Auftakttreffen eingeladen, es ist am Montag, 27. Januar, 18 Uhr, im Ratssaal der VG in der Tiergartenstraße.

Das Treffen soll der Startschuss sein für die Entwicklung eines gemeinsam erarbeiteten Konzepts. Die Verbandsgemeinde hat zu dessen Ausarbeitung das Büro Plan Lenz aus Winterspelt angeheuert.

Das Ziel, sagt Ingenieur Horst Lenz, sei „Starkregenereignisse möglichst zu beherrschen“. Die Betonung liegt dabei auf „möglichst“: „Eine perfekte Lösung zu präsentieren, geht nicht. Man wird auch nicht dazu kommen, dass es keine Überschwemmungen mehr gibt“, sagt Lenz.

Zunächst gelte es zu prüfen, wo solche Ereignisse eintreten könnten. „Dazu haben wir Karten dabei“, sagt Lenz. Und dann sei zu überlegen, mit wie viel Aufwand Besserungen zu erzielen seien. Das könne „ein kleines Mäuerchen“ am Haus sein, sofern dort bei starken Regenfällen immer wieder Wasser in den Keller laufe. Oder man schaue sich einen Bach an – und ob dieser von Unrat bereinigt sei, „damit der bei Regen nicht mitgeschwemmt wird“.

Auch Söhngen bleibt Realist: „Den absoluten Schutz vor Regen und Hochwasser gibt es nicht“, sagt er. Das hänge auch damit zusammen, dass diese extrem verlaufenden Ereignisse eben oft punktuell aufträten. Das heißt: Während sich in einem Dorf die Himmel auftun, kann wenige Kilometer weiter alles ruhig bleiben. Mit allerdings weitreichenden Konsequenzen: Er erinnert an das Hochwasser – ebenfalls im Juni – vor vier Jahren im Nimstal, während es in den meisten Gebieten der Eifel sonnig und trocken geblieben war: Das Wasser schoss damals durch die Gemeinden Schönecken, Nimsreuland und Lasel – geregnet aber hatte es praktisch nur im etwas höher gelegenen Seiwerath.

Man könne so etwas nicht verhindern. „Aber man kann gucken: Wo sind die potenziellen Gefahrenstellen, wo kann man, vielleicht mit einfachen Mitteln, etwas machen – darum geht’s.“

Und daran sollen eben auch die Bürger mitentwickeln. Deshalb sind sie zum Termin eingeladen, weitere dieser Treffen für die anderen Dörfer werden folgen. Denn, sagt Horst Lenz: „Das nächste Hochwasser kommt bestimmt – die Frage ist nur: wie stark und wann?“