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Impfzentrum auf dem Bitburger Housing-Gelände bald fertig

Kommunalpolitik : Impfzentrum soll in in Bitburg schon in 14 Tagen einsatzbereit sein

Bis 15. Dezember muss das Impfzentrum auf dem Bitburger Housing-Gelände fertig sein. Mindestens 400 Menschen sollen, sobald der Impfstoff zur Verfügung steht, dort täglich gegen das Coronavirus geimpft werden können.

Für die Messebauer war 2020 ein extrem schlechtes Jahr. Die meisten Großveranstaltungen mussten dieses Jahr aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen. Nun aber bekommen zumindest einige Unternehmen aus der Branche die Chance, sich für das, was das Virus ihnen angetan hat, ein Stück weit zu rächen. In den kommenden Wochen wird mit der Zulassung und Verteilung erster Impfstoffe gerechnet.

Bundesweit werden dafür derzeit Impfzentren eingerichtet. Allein 36 sind in Rheinland-Pfalz geplant und eines davon auch in Bitburg. Ausgesucht wurde dafür die Turnhalle der ehemaligen High School auf dem Housing-Areal. Und damit möglichst viele Menschen zeitgleich geimpft werden können, muss die Halle mit mobilen Trennwänden, wie sie im Messebau zum Einsatz kommen, unterteilt werden.

„Uns liegen bereits erste Angebote vor“, sagt Thomas Mayers, Mitarbeiter der Kreisverwaltung, der in der Kreistagssitzung in der Irreler Gemeindehalle über den aktuellen Stand berichtet. Am 15. November wurde der Kreis vom Land mit der Einrichtung des Impfzentrums beauftragt, in zwei Wochen muss dieses einsatzbereit sein. Wenn Mayers also vom aktuellen Stand spricht, so ist das – im Gegensatz zu vielen anderen Projekten – tatsächlich nur eine Momentaufnahme. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren und der Zeitplan ist straff: am 11. Dezember ist die Abschlussbesprechung geplant, am 13. der Probebetrieb, am 14. ein Pressetermin und am 15. Dezember schließlich die Eröffnung.

Ob bis dahin dann auch bereits ein erster Impfstoff vorliegen wird, ist derzeit noch fraglich. An der Infrastruktur vor Ort soll es aber nicht scheitern. Helfer des Technischen Hilfswerks Bitburg haben vor wenigen Tagen bereits damit begonnen, das Gelände rund um die Turnhalle herzurichten. Eine Rampe für Rollstuhlfahrer wurde installiert und der Bereich um die Halle mit einem Bauzaun abgetrennt. Parallel dazu wurde die Aufteilung der Halle geplant. Wie Mayers erklärt, sind zwei sogenannte Impfstraßen vorgesehen: Nach der Anmeldung an der Rezeption geht es zunächst in den gemeinsamen Warteraum und von dort dann in eines der beiden Beratungszimmer. Dort sollen dann jeweils immer acht Personen zeitgleich ärztlich beraten werden, bevor dann in abgetrennten Kammern geimpft wird.

Betreiben wird das Impfzentrum der DRK Kreisverband Bitburg-Prüm, der auch für die Sichtungs- und Testungsstelle in Bitburg zuständig ist. Eine entsprechende Ausschreibung für diese Leistung, auf die sich auch andere Organisationen hätten bewerben können, gab es nicht. „Es ist in diesem Fall ausdrücklich zulässig, auch ohne Ausschreibung einen Vertrag mit einem Verband abzuschließen“, erklärt dazu Gisela Mayer-Schlöder von der Geschäftsbereichsleitung der Kreisverwaltung. Die Verwaltung habe sich deshalb dazu entschieden, die bislang bewährte Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz fortzusetzen. „Anders hätten wir es zeitlich auch gar nicht schaffen können“, stellt Mayer-Schlöder klar.

Mindestens 400 Menschen sollen täglich – zunächst im Einschicht-Betrieb – geimpft werden können. Das ist das gesteckte Ziel. „Ich denke aber, dass wir das durch ein wenig Optimierung auch noch steigern können“, sagt DRK-Bereitschaftsleiter Torsten Meier. Wobei das letztendlich von der Verfügbarkeit des ärztlichen Personals abhänge, fügt er hinzu. Das Land habe zugesagt, über die kassenärztliche Vereinigung und die Apothekerkammer das Personal zu stellen, erklärt Meier. Grundsätzlich sei es deshalb so geplant, dass die Ärzte ihre Helfer mitbrächten und die Teams sich dann um die Impfung kümmerten. Sollte es allerdings erforderlich sein, so könnten auch entsprechend ausgebildete Mitarbeiter des DRK „unter ärztlicher Delegation“ die Impfung durchführen, so der Bereitschaftsleiter. Intramuskuläre Injektionen seien schließlich auch Bestandteil der Rettungsdienstausbildung. „Was wir aber nicht dürfen, ist die Impffähigkeit festzustellen“, betont Meier. Für die Beratung und Aufklärung im Vorfeld der Impfung seien also auf jeden Fall Mediziner erforderlich.

Das Impfzentrum des Eifelkreises wird in der Turnhalle der High School in der Housing Bitburg eingerichtet. Foto: TV/Dagmar Dettmer

Die Kosten für die Einrichtung und den Betrieb des Impfzentrums tragen jeweils zur Hälfte der Bund  und das Land. Der Bund beschafft und finanziert die Impfstoffe und liefert sie an das Impfstoff-Lager des Landes. Das Land wiederum kümmert sich um das notwendige Impfzubehör und verteilt dieses, ebenso wie den Impfstoff, an die Impfzentren. Weil der Impfstoff sehr kühl gelagert werden muss, will das Land jede Einrichtung mit einer speziellen Kühlzelle ausstatten. Der Impfstoff soll dann zweimal pro Woche geliefert werden, die Terminvergabe über ein zentral eingerichtetes Callcenter erfolgen.