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Landratswahl im Eifelkreis: SPD stellt keinen Kandidaten auf

Politik : Nico Steinbach: „Mein Platz ist in Mainz“

Landratswahl im Eifelkreis: Der SPD-Landtagsabgeordnete aus Oberweiler tritt nicht an. Und seine Partei wird auch keinen anderen Bewerber aufstellen.

Er macht’s dann doch nicht: Nico Steinbach, der frisch wiedergewählte SPD-Landtagsabgeordnete aus Oberweiler, wird nicht für die Nachfolge von Joachim Streit (FWG, jetzt ebenfalls MdL) als Landrat im Eifelkreis Bitburg-Prüm kandidieren.

Steinbach war, auch in unserer Zeitung, als einer der möglichen Bewerber gehandelt worden. Allerdings hatte er bei den Wahlen im März eben auch – zum zweiten Mal – das Direktmandat im Eifelkreis geholt. Insofern schien es von vornherein nicht allzu wahrscheinlich, dass er sich noch einmal anders entscheiden würde.

Am Freitag bestätigt er das gegenüber unserer Zeitung: „Nein, ich kandidiere nicht bei der Landratswahl“, sagt der 37-Jährige. Er sei gerade erst „mit einer großen Unterstützung der Wähler im Eifelkreis wieder mit dem Direktmandat ausgestattet worden. Und ein Ämter-Hopping wollte ich nicht machen.“ Stattdessen werde er seine Aufgabe in Mainz weiter „mit großer Begeisterung und Leidenschaft ausfüllen“.

Trotzdem sei er natürlich schon mit der Frage einer möglichen Kandidatur „ein paar Nächte schlafen gegangen“, ergänzt Steinbach. Aber dann wiederum habe er in den Gesprächen mit Familie, Partei und vor allem den Bürgerinnen immer wieder gehört: „Wir haben dich nach Mainz gewählt und wollen, dass du uns dort vertrittst.“

Zumal er inzwischen „zur Stammmannschaft in der Fraktion“ gehöre, ein starkes Netzwerk in Parlament, Regierung und Institutionen habe und der einzige Abgeordnete aus dem Kreis mit Anbindung zur Regierungskoalition sei: „Wenn die Gemeinden Unterstützung wollen, dann klingeln sie bei mir“, sagt er.

Unterm Strich hätten deshalb nahezu alle gesagt: „Wir würden uns freuen, wenn du weiter unser Abgeordneter bleibst.“

Also dürfen sich jetzt alle freuen, wenn Steinbach sagt: „Mein Platz ist in Mainz.“ So sieht es auch der stellvertretende Kreisverbandsvorsitzende Rainer Hoffmann aus Arzfeld: „Ich kann das absolut nachvollziehen, dass er sich so entschieden hat.“ Steinbach habe sich in Mainz vieles aufgebaut, jetzt für den Landratsposten anzutreten, wäre „auch dem Wähler gegenüber nicht in Ordnung“, sagt Hoffmann. 

„Klar, das tut uns zwar auch weh“, ergänzt er in Bezug auf die sausen gelassene Landratskandidatur. „Aber ich kann es voll und ganz nachvollziehen und unterstütze das auch.“

Und was ist mit einer anderen Kandidatin, einem anderen Kandidaten aus den Reihen der SPD? Gibt’s nicht: „Wir werden keinen Bewerber vorschlagen“, sagt Steinbach. Es hätte jemand sein müssen, der oder die „Verwaltungs- und Führungserfahrung mitbringen muss“. Immerhin gelte es, eine Behörde „mit mehreren 100 Mitarbeitern zu führen. Da wollen wir eben auch keine Verlegenheitskandidatur. Dafür ist das Amt zu wichtig.“ Und von außerhalb jemanden zu nehmen, sei ebenfalls nicht in Frage gekommen.

Vorteil Andreas Kruppert also: Der CDU-Bürgermeister der Verbandsgemeinde Arzfeld ist der bisher bekanntlich einzige Kandidat, der sich nach vorn getraut hat. Und übrigens einer, den man auch bei den Sozialdemokraten schätzt: Kompetent, integrativ, menschlich sehr in Ordnung, sagt Steinbach. Insofern durchaus unterstützbar.

Jetzt aber werde man erst einmal verfolgen, ob sich noch weitere Aspiranten zeigen. Oder -innen.