Letzter Ausweg Sonderantrag

Letzter Ausweg Sonderantrag

Zu wenige Anmeldungen, keine Realschule plus: Das Schulzentrum Speicher steht kurz vor dem Aus. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier (ADD) hat in dieser Woche die Eltern der 28 für die fünften Klassen angemeldeten Schüler informiert, dass die Realschule plus nicht zustande kommt. Der bei der ADD vom Kreis gestellte Sonderantrag könnte die letzte Rettung . Das Ergebnis wird kommende Woche erwartet.

Speicher. "Die geforderten 51 Anmeldungen für die fünften Klassen wurden nicht erreicht. So besteht keine Chance auf eine Realschule plus", erklärt Eveline Dziendziol von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier auf TV-Anfrage.

Das Scheitern: Offiziell hatte die ADD in dieser Woche die Eltern der 28 für die fünften Klassen angemeldeten Kinder bei einem internen Elternabend am Schulzentrum Speicher über die Situation informiert. Harald Knopp von der Verbandsgemeinde (VG) Speicher sagt: "Die Realschule darf keine fünften Klassen aufnehmen. Das war eine große Enttäuschung für die Eltern." Der Sprecher der Bürgerinitiative Speicher, Michael Ludwig, wurde nach eigenen Angaben erst garnicht zur Versammlung zugelassen. "Ich durfte nicht teilnehmen", sagt er. Ludwig ist enttäuscht von den handelnden Politikern. "Eigentlich steht das Ergebnis des Antrags doch schon fest."

Der Kampf: Bürgerinitiative, Schule, Verbandsgemeinde Speicher und Eltern hatten gemeinsam um das Fortbestehen der Schule gekämpft. Zuletzt mit dem Projekt "essbare Schule" und der umstrittenen Kopfprämien-Aktion (der TV berichtete), bei der die Verbandsgemeinde 500 Euro für jeden neuen Fünftklässler zahlen wollte. Trotz aller Mühen fehlten am Ende 22 Schüler.
Der letzte Ausweg: VG-Chef Rudolf Becker lässt sich nicht entmutigen: "Unser Kampfgeist ist nicht gebrochen." Schließlich habe die Mehrheit des Kreistags für einen erneuten Versuch zur Rettung der Haupt- und Realschule gestimmt. Der letzte Ausweg ist ein Sonderantrag bei der ADD aus siedlungsstrukturellen Gründen. Der bezieht sich auf Paragraf 13 des Schulgesetzes. Dort heißt es in Absatz 4: "Bei Grund- und Förderschulen sind in besonderen Fällen, bei Realschulen plus aus Gründen der Siedlungsstruktur Ausnahmen von der Mindestgröße zulässig."
Auf das Ergebnis der Prüfung warten die Speicherer nun. Sigurd Hein, Referatsleiter Realschule plus bei der ADD, sagt: "Das Ergebnis wird im Laufe der kommenden Woche da sein."

Die Auswirkungen: Fällt die Entscheidung der Aufsichtsdirektion positiv aus, wird das Schulzentrum trotz der zu geringen Schülerzahlen in eine Realschule plus umgewandelt. "Mit den 28 Schülern werden dann zwei fünfte Klassen eingerichtet", sagt Hein. Außerdem bleibe die Schule dann für mindestens drei weitere Jahre erhalten. Ein Nein der ADD würde zur Folge haben, dass die Eltern informiert werden. "Wir helfen ihnen dann, ihre Kinder in Ehrang, Bitburg, Salmtal oder Wittlich unterzubringen", sagt Hein.
Das Schulzentrum würde unter Leitung durch die Realschule plus Bitburg weiterbestehen. Hein: "ADD und Schulträger setzen sich dann zusammen, um zu überlegen, ob eine Weiterführung des Unterrichts in Speicher sinnvoll ist." MRA