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Metamorphose der Schmetterlinge: Kita Wolsfeld

Natur : Wolsfelder Kita-Kinder sind Schmetterlingsexperten

Wie war das noch gleich ... mit der Metamorphose der Schmetterlinge? Zwölf Vorschulkinder der Kita Wolsfeld wissen darüber  Bescheid. Dank eines tollen Projekts, bei dem sie alles genau beobachten konnten.

Die kleine Raupe Nimmersatt. Wer kennt sie nicht? Schon drei Generationen von Kindern haben das 1969 erstmals veröffentlichte  Buch mit diesem Titel verschlungen, in dem auf relativ einfache und verkürzte  Weise dargestellt wird, was die kleine borstige Larve des Schmetterlings so alles braucht, um zu wachsen. Sie frisst und frisst und frisst  –  und irgendwie wird aus ihr ein Schmetterling. Aber, Hand aufs Herz, welches Kind und welcher Erwachsene weiß schon ganz genau, wie es funktioniert?

Zum Beispiel Christiane Esch, Erzieherin im Kindergarten Wolsfeld. Denn sie hat eine Ausbildung als Waldpädagogin und  weiß, aus  welchen Raupen welche Schmetterlinge werden, welche Nahrung sie brauchen, wie sie sich verpuppen, wo sie ihre Eier ablegen  und vieles mehr. Und das alles wissen – dank Eschs Hilfe – nun auch die Kinder der Fröschegruppe in der Kita Wolsfeld.

Warum? Weil Esch es ihnen nicht nur erzählt, sondern sogar gezeigt hat.  Und das am lebenden Objekt. „Das Projekt war eher ein Zufall. Meine Kollegin hatte vier Raupen in ihrem Garten gefunden“, erzählt Esch, die sofort erkannte: Das sind Schwalbenschwanz-Raupen. Sie beschloss, die gute Gelegenheit für ein Projekt zu nutzen. Zusammen mit den zwölf Vorschulkindern der Fröschegruppe wurden die Raupen in einen Sack (bloß nicht in ein Glas!) gesteckt und gefüttert  – und zwar mit Petersilie und Möhren. Drei Tage lang herrschte das große Fressen, während die Kinder jede  Menge Neues über die Metamorphose (Verwandlung) der Schmetterlinge erfuhren. Und das ist eine Menge. Denn sie haben sogar vier Entwicklungsstadien: Ei, Raupe, Puppe und Falter. „Wir haben über all das gesprochen, mit den Kindern Raupen   gebastelt,  zum Thema gemalt und einiges nachgelesen“, erklärt Esch.

Und nach einigen Tagen passierte etwas Tolles: Die Raupen hatten sich verpuppt. In einem speziellen Netz, das an einem Ständer befestigt war, hängten sich die Puppen an den Reißverschluss ganz oben. Das, so Esch, sei spannend für die Kinder gewesen. Denn während dem Kokon geschieht etwas fast Unglaubliches: Dort verflüssigt sich die Raupe und die Schmetterlinge reifen aus.

 Schmetterlinge Kita Wolsfeld
Schmetterlinge Kita Wolsfeld Foto: tv/Christiane Esch
 Schmetterlinge Kita Wolsfeld
Schmetterlinge Kita Wolsfeld Foto: tv/Christiane Esch
 Von der Raupe zum Kokon, aus dem der Schmetterling schlüpft, bis zum fertigen Falter: All das haben die Kinder der Kita Wolsfeld miterlebt.
Von der Raupe zum Kokon, aus dem der Schmetterling schlüpft, bis zum fertigen Falter: All das haben die Kinder der Kita Wolsfeld miterlebt. Foto: tv/Christiane Esch

Aber noch toller war etwas anderes für die Kinder: Sie konnten nach zwei bis drei Wochen miterleben, wie die Schmetterlinge schlüpften.  Die Begeisterung darüber, so Esch, sei groß gewesen. Eine Puppe hatte sich zwar nachts entpuppt, die anderen schlüpften aber zur Kita-Zeit aus den Kokons.  Nach dem Aushärten  – das dauert etwa einen Tag – entließen die Kinder die Falter ins Freie – auf einer Blumenwiese in Wolsfeld. Vielleicht begegnen sie den Wolsfeldern  in nächster Zeit. Allerdings leben die Schwalbenschwänze als Falter nur noch drei bis  vier Wochen, in denen sie allerdings Eier legen. Wie es dann weitergeht, erklären am besten die Kinder der Kita Wolsfeld ...  Da reichen die Infos aus der „Raupe Nimmerstatt“ nicht mehr.