Platz für viel Glas und wenig Sandstein

Platz für viel Glas und wenig Sandstein

Das Wohn- und Geschäftsgebäude Galerie Pierre in Bitburgs Trie rer Straße soll im Sommer 2012 fertig sein. An die Alte Union, die früher auf dem Gelände stand und Anfang der 80er Jahre abgerissen wurde, sollen einige Sandsteingewände erinnern, die in der Seitenfassade des neuen Bauwerks eingefügt werden.

Bitburg. Vergleiche zwischen den beiden Gebäuden lassen weder die Dimension noch die Architektur zu. Die einzige wirkliche Gemeinsamkeit ist im Grunde nur der Standort, an dem das eine Haus einmal stand und das andere nun errichtet wird. Dazwischen liegen rund 30 Jahre, in denen das Grundstück in der Trie rer Straße eine Brache war.
Brach lag die Fläche deshalb, weil die Alte Union, die ursprünglich auf dem Gelände gegenüber dem Alten Gymnasium stand, Anfang der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts abgerissen wurde.
Und weil der Abriss des historischen Gebäudes sehr umstritten war, verpflichtete sich die Stadt seinerzeit, die Sandsteingewände, also die Einfassungen von Fenstern und Türen, der Alten Union aufzuheben. Seitdem werden die Teile, die den Abriss überlebt haben, auf dem städtischen Bauhof gelagert. Vor wenigen Monaten wurde einige davon aussortier.
Diese sollen nämlich in der Galerie Pierre, dem Standort-Nachfolger der Alten Union, verbaut werden. Juli 2012 soll das Gebäude, mit dessen Errichtung im Frühjahr begonnen wurde, fertig sein. Neben Geschäftsräumen im Erdgeschoss wird auf den darüber liegenden Etagen Platz für 27 Mietwohnungen mit einer Gesamtfläche von 2300 Quadratmetern geschaffen.
Benannt ist die Galerie nach dem Bauherrn Pierre Fandel, dem Senior-Chef des Bitburger Unternehmens Glas Fandel, der nach eigenen Angaben rund 4,5 Millionen Euro in das Projekt investiert. Der Rohbau steht bereits, und wie der zuständige Architekt Franz Heinz erklärt, wurde bereits mit dem Innenausbau begonnen. Ziel sei es, das Gebäude bis zum Winter komplett geschlossen zu haben, sagt Heinz.
Zum Schließen des Gebäudes gehören zwangsläufig auch die Fenster, die ebenfalls bereits zum Großteil eingesetzt wurden und deren Anteil erwartungsgemäß recht hoch ist.
So wird bei der zur Trierer Straße gewandten Hausseite vor allem Glas das Erscheinungsbild prägen. Die Gewände der Alten Union wird der Betrachter dort zukünftig jedoch vergeblich suchen. "Vorne bekommen wir die nicht unter", erklärt der Architekt, da dies mit der Gestaltung der Front nicht vereinbar sei. "Sie werden aber ihren Platz in der Seitenfassade finden, so dass man dann dort ein Relikt der ursprünglichen Situation finden kann."
Was die Glasfront im Erdgeschoss und vor allem die dahinter liegenden Ladenlokale mit ihren insgesamt 700 Quadratmetern betrifft, so ist derzeit noch offen, wer diese Räume beziehen wird. Nach Auskunft des Planers werde mit potenziellen Mietern verhandelt. uhe

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