Profitable Meterware

PRÜM/ARZFELD. Der Waldbauverein und die Förster der Region rufen die Privat-Besitzer dazu auf, sich noch mehr um die Vermarktung ihres nachwachsenden Rohstoffs zu kümmern, denn er bringt sauberen Profit und schafft Arbeitsplätze.

"Ich sage immer scherzhaft, dass unser Wald der größte Arbeitgeber in der Region ist." Peter Wind, Chef des Forstamts Prüm, hat damit nicht ganz unrecht: Tatsächlich sind die Zahlen, betrachtet man die gesamte Wertschöpfungskette, nicht zu verachten. Mit jedem verwerteten Kubikmeter werden im Holz- und Papiersektor rund 3300 Euro umgesetzt. Mehr als 50 000 Kubikmeter sind es jedes Jahr in den Privatwäldern rund um die Abteistadt, weitere 50 000 Kubikmeter kommen aus dem Staats- und Gemeindewald. Alles in allem macht das etwa 2000 Arbeitsplätze aus. Es könnten sogar noch mehr sein: "Wir sind noch lange nicht bei der Nutzung, die tatsächlich möglich wäre", sagt Wind. Im Altkreis Prüm - das Gebiet des Waldbauvereins - rechnet er mit insgesamt 100 000 Kubikmetern, die jedes Jahr im Privatwald geschlagen werden könnten. Wind: "Man muss wissen, dass der liebe Gott jedes Jahr eine gewisse Holzmenge zuwachsen lässt. Und die kann genutzt werden. Es gibt aber viele, die aus Mangel an Information oder räumlicher Nähe ihre Möglichkeiten gar nicht ausschöpfen." Das Forstamt bietet deshalb allen eine kostenlose Beratung an, damit sie sich vielleicht doch entscheiden, mehr Holz zu ernten. "Wir verstehen uns als Dienstleister der Waldbesitzer und helfen gerne. Die Industrie braucht das Holz, die Waldbesitzer verdienen dran - und sie schaffen Arbeitsplätze." Und das mit guter Forstbewirtschaftung: Soeben hat der Waldbauverein Prüm erneut das Qualitätssiegel erhalten - nach den so genannten PEFC-Standards (siehe Hintergrund). Wind nennt drei dieser Faktoren: "Zum Beispiel, dass man nicht mit Maschinen in die Bestände hineinfährt, sondern auf den Erschließungswegen und Rücke-Gassen bleibt." Außerdem dürfen Fahrzeuge oder Motorsägen nur mit biologisch abbaubaren Ölen gefüllt werden. Und beim Pflanzen neuer Wälder sollen Monokulturen vermieden werden. Auch die Zusammenarbeit, samt gemeinsamer Vermarktung, zwischen Staats-, Gemeinde- und Privatwald im Prümer Forstamt funktioniert: "Das ist ein Segen für die privaten Besitzer", sagt der Vorsitzende des Waldbauvereins, Hans Heinrich Thome. "Die Zusammenarbeit mit den Landesforsten macht den Privatwald überhaupt erst marktfähig." Es ist für die Käufer eben erheblich einfacher, wenn sie nur eine Rechnung zu bezahlen haben, anstatt sich mit einem Dutzend Besitzern an den Tisch setzen zu müssen. Nicht zu vergessen: der touristische Nutzen. Ein Deutscher Wandertag in der Eifel ohne gut erschlossene und gepflegte Wälder wäre jedenfalls kaum ein solcher Erfolg geworden, sagt Peter Wind. Was nicht heißt, dass die Lorbeeren jetzt bereits ausreichen. Peter Wind: "Wir können in vielem noch besser werden. Kein Grund, sich auszuruhen."Wald-Projekt in Olmscheid

Auch die VG Arzfeld will die Privatwald-Besitzer mobilisieren: Speziell in der Gemarkung Olmscheid sollen im laufenden Jahr rund 60 Hektar Wald gebündelt für die Vermarktung nutzbar gemacht werden, wie Bürgermeister Patrick Schnieder mitteilt. Da der Einschlag "am Stück" erfolgen soll, sinken die Kosten für die beauftragten Unternehmen - und den Besitzern bleibt ein höherer Ertrag. Revierförster Rainer Wagner wird deshalb auf die Privatbesitzer zugehen, um sie von der Beteiligung am Projekt zu überzeugen. Das Forstamt Prüm ist zu erreichen unter Telefon 06551/96100, der Arzfelder Revierförster Rainer Wagner unter 06550/1352.