Zwischenlösung gefunden: Eifelpark vorerst gerettet

Zwischenlösung gefunden: Eifelpark vorerst gerettet

Hinter der Zukunft des Eifelparks in Gondorf stand zuletzt ein dickes Fragezeichen, jetzt aber gibt es die erlösende Nachricht: Die Einrichtung wird ab Samstag, 27. April, wieder geöffnet. Die entscheidenden Weichen wurden am Freitagnachmittag gestellt. Heute sollen die Verträge mit einer neuen, wieder vom bisherigen Parkbetreiber Bernd Capellen getragenen Gesellschaft unterzeichnet werden.

Gondorf. Wer in der vergangenen Woche den Wuppertaler Rechtsanwalt Marc d'Avoine auf das Thema Eifelpark Gondorf ansprach, der ahnte nichts Gutes: "Eine Fortführung beziehungsweise Eröffnung des Parks ist kritisch", hieß es von dem Insolvenzexperten, der Anfang des Jahres vom Amtsgericht Wuppertal damit beauftragt wurde, die Voraussetzungen für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gegen die Eifelpark GmbH zu prüfen. Deren Geschäftsführer Bernd Capellen hatte einen Insolvenzantrag für seine GmbH gestellt, nachdem er sich mit der Gemeinde Gondorf nicht über einen neuen Pachtvertrag für die vom Park genutzten gemeindeeigenen Grundstücke einigen konnte (der TV berichtete). Seitdem hat nicht mehr Capellen, sondern der Rechtsanwalt d'Avoine das Sagen.
Doch aus dem "vorsichtigen Optimismus", den der Insolvenzexperte zunächst an den Tag legte, wurde in der vergangenen Woche ein nur noch "sehr gedämpfter Optimismus", was die Frage der Wiedereröffnung des Eifelparks anging. "Jeder Tag, der abläuft, verringert die Chancen auf eine Wiedereröffnung", sagte er noch vergangenen Mittwoch.
Dann aber überschlugen sich die Ereignisse: Am Freitagnachmittag traf sich d'Avoine mit Vertretern der Kreissparkasse, mit der die Eifelpark GmbH mehrere Darlehenverträge geschlossen hat, sowie dem bisherigen Parkbetreiber Capellen.
"Allerletzte Chance" genutzt


"Das war die allerletzte Chance", sagt der Insolvenzexperte. Eine Chance, die genutzt wurde: Eine Folgegesellschaft, in der Capellen ebenfalls Geschäftsführer ist, wird den Eifelpark zumindest vorerst als Pächter weiter betreiben.
"Es gibt eine Einigung über die Pachtgegenstände, die Pachthöhe und die laufenden Betriebskosten", fasst d'Avoine die Ergebnisse des Gesprächs vom Freitag zusammen. Dabei gehe es zum einen um die Vermögensgegenstände der Eifelpark GmbH, die Teil der Insolvenzmasse werden, sobald das Insolvenzverfahren für die Eifelpark GmbH eröffnet wird (siehe Extra) - etwa Grundstücke, die rund 400 Tiere und die Fahrgeschäfte. Zum anderen gehe es um den neuen Pachtvertrag mit der Gemeinde Gondorf, der sich auf die Gemeindeflächen innerhalb des Parks bezieht sowie auf das gemeindeeigene Areal vor dem Eingangsbereich, auf dem sich die Toilettenanlage und die 300 Besucherparkplätze befinden. Ein Vertrag, mit dem die Gemeinde laut ihrem Ortsbürgermeister Otmar Kaufmann deutlich weniger Pacht einnimmt als in den vergangenen Jahren.
Am heutigen Montag sollen die Pachtverträge endgültig unterzeichnet werden, am Samstag, 27. April, wird der Park seine Pforten wieder öffnen. "Die Gemeinde ist froh und erleichtert, dass es mit dem Eifelpark weitergeht - wenn auch mit finanziellen Einbußen für die Gemeinde", kommentiert Gondorfs Ortschef Kaufmann die Nachricht von der Rettung des Eifelparks.
Eine Rettung, die Insolvenzexperte d\'Avoine allerdings nur als "Zwischenlösung" bezeichnet: "Ein Insolvenzverwalter will nicht verpachten, sondern muss verkaufen, um irgendwann die Insolvenzmasse verwerten zu können und das Verfahren zu einem Abschluss zu bringen", sagt er. Die Verpachtung an die neue Betreibergesellschaft verschaffe ihm nun aber Zeit, in Ruhe Gespräche mit potenziellen Investoren zu führen. Gespräche, die sich zwar laut der Einschätzung des Insolvenzexperten sicherlich "über den Sommer" hinziehen werden, aber nach seiner Einschätzung erfolgreich abgeschlossen werden: "Das wird funktionieren", ist d'Avoine überzeugt.

Meinung

Unerwartete Kehrtwende
Wer hätte das gedacht? Mehrfach hat sich der bisherige und zumindest vorläufig weitere Parkbetreiber Capellen mit der Gemeinde Gondorf überworfen. Hat Vorwürfe nach links und rechts verteilt und angekündigt, der Eifel den Rücken zu kehren. Jetzt die Kehrtwende: Er macht mit einer Folgegesellschaft weiter, damit der Eifelpark auch in seiner 50. Saison die Pforten öffnen kann. Und damit der bald zum Insolvenzverwalter bestellte Rechtsanwalt d'Avoine in Ruhe einen Käufer für den Park finden kann. Dieser Richtungswechsel Capellens war nach den ganzen Querelen der vergangenen Monate so nicht zu erwarten, zeigt aber, dass ihm wohl doch etwas an der Freizeiteinrichtung liegt. Es zeigt eine Kompromissbereitschaft, die im Übrigen auch die Gemeinde Gondorf an den Tag legt: Sie verzichtet auf Einnahmen, damit es weitergehen kann. Und sie ist auch bereit, sich trotz der Anfeindungen zumindest in der Übergangszeit weiter mit Capellen auseinanderzusetzen. Das ist erfreulich und zeugt von Realitätssinn: Es war schlicht und einfach die einzige Chance, den Eifelpark fortzuführen. Gut, dass sie genutzt wurde! n.ebner@volksfreund.deExtra

Rechtsanwalt Marc d'Avoine rechnet damit, dass das Insolvenzverfahren für die Eifelpark GmbH in dieser Woche eröffnet wird. Hintergrund ist, dass er nach dem Gespräch am vergangenen Freitag endlich in der Lage ist, das vom Amtsgericht Wuppertal bestellte Gutachten fertigzustellen. Vorher hatte der Insolvenzexperte zwar das grundsätzliche Vorliegen eines Insolvenzgrunds - nämlich Zahlungsunfähigkeit der Eifelpark GmbH - bejahen können. Allerdings konnte er bis Freitag keine Aussagen über die Chancen auf eine Fortführung der Freizeiteinrichtung treffen - eine Frage, die ebenfalls in dem Gutachten geklärt werden muss und nun endlich beantwortet werden kann. neb