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Kommunales
Toilettenpapier auf Kredit?

FOTO: Ursula Schmieder (urs)
Hilscheid . Hilscheider Ortsbürgermeister Detlef Haink prangert  miserable Finanzsituation an Von Herbert Thormeyer

„Wir können uns kein WC-Papier mehr leisten, ohne dafür Geld aufzunehmen“, so drastisch beschreibt der Hilscheider Ortsbürgermeister Detlef Haink  die finanzielle Situation seines 263-Einwohner-Dorfes. Ein Problem, das er mit einigen seiner Kollegen in der Verbandsgemeinde Thalfang teilt. Mit Sorge schaut der auf die Kommunal- und Verwaltungsreform, die kein Ende nimmt.

„Unser Bürgermeister Marc Hüllenkremer setzt sich in keinster Weise für die Ortsgemeinden ein, die sich für Morbach entschieden haben, sondern nur für diejenigen, die nach Hermeskeil wollen oder gar nicht wissen, wohin sie wollen“, prangert Haink an, und schimpft: „Wenn von Seiten der Verbandsgemeinde was erbracht werden soll, ist er abwesend.“ Dabei passiert viel Positives in Hilscheid. Als erstes nennt Haink dabei den Abschluss des Flurbereinigungsverfahrens, das seit 2008 lief, und zwar kostenfrei für die Beteiligten, denn Restkosten wurden von der Jagdgenossenschaft getragen. Wichtig für den Ortschef ist auch, dass der Erbeskopf mit Hunsrückhaus „heimgekehrt“ ist und nun wieder eine Hilscheider Adresse hat. Die finanzielle Not löst das jedoch nicht.

Auch die Kultur kommt, dank der örtlichen Vereine, nicht zu kurz, mit Dorffest oder dem Großereignis Camp Canis mit internationalen zwei- und vierbeinigen Teilnehmern, auch aus Berlin. „Die Teilnehmer bedankten sich fast ständig für die gute Organisation beim Sportverein und der Feuerwehr, der Ortsgemeinde und der VG“, erinnert sich der Ortsbürgermeister. Auch 2019 soll wieder ein Camp Canis auf dem Sportgelände stattfinden.

Stolz ist Haink auch auf die neue Ausstellung im ersten Nationalparktor im Hunsrückhaus, die wieder mehr Besucher zur Nationalparkgemeinde bringen wird, ist er sicher.

Trotz Geldmangels plant Hilscheid ein großes Projekt: Der Ausbau des Neubaugebietes Untere Schankflur, mit neun Baustellen. „Die Bautätigkeit nimmt Fahrt auf“, freut sich Haink. Und damit fließen Investitionen in neues Bauland wieder von den Bauherren zurück.