Das Wunder ist geschehen

Nach nur zwei Wochen Proben liefern die Teilnehmer der Saarburger Serenaden ein Konzert, das die Zuschauer begeistert. Beim Finale richtet sich der Blick schon nach vorn.

Saarburg Dozentin Sylvia Wang aus den USA gibt letzte Tipps: "Den Schluss müsst ihr noch mal betonen. Das bringt eurem Spiel noch mehr Ausdruck." Das gibt sie den Pianistinnen Zhou und Xiaoxu Yan aus China, die bald vierhändig am Konzertflügel sitzen, mit auf den Weg. Denn sie und die anderen 60 Musikstudenten aus vielen Ländern der Erde sollen beim Abschlusskonzert der Saarburger Serenaden zeigen, was sie in zwei Wochen intensiver Probenarbeit dazugelernt haben. "Es wird ein Wunder geschehen", hatte Festivalleiter Semyon Rozin versprochen. Am Schluss des Konzertzyklus sagt er: "Wunder sind in all diesen Konzerten passiert." Die jungen Musiker hätten sich gesteigert, natürlich jeder von seinem Niveau aus. Musik sei etwas, das man sein Leben lang lernt.
Bürgermeister Jürgen Dixius freut sich: "Die Serenaden sind eine Bereicherung für die Stadt." Er habe mit dem Festivalleiter schon neue Spielorte für 2018 besichtigt. Welche das sind, will er noch nicht verraten, aber: "Die Planung für nächstes Jahr hat bereits begonnen."
Die Serenaden sind auch ein Wirtschafts- und Standortfaktor. Mehr als 1000 Übernachtungen kommen da in zwei Wochen zusammen. Gastronomie und Einzelhandel profitieren. "Im Kulturangebot kommt es auf die Vielfalt an", ist Dixius sicher.
200 bis 300 Besucher waren bei den Konzerten dabei, rund 2500 insgesamt - Tendenz steigend.
Fast tägliche Proben von 9 bis 18 Uhr, nur unterbrochen durch eine Mittagspause - für Studenten wie Dozenten war Saarburg eine anstrengende Zeit, die sich jedoch gelohnt hat, wie Pianistin Harriett Hio-Teng Wong (15) bestätigt: "Ich habe dank toller Lehrer viel dazugelernt." Saarburg sei eine total schöne Stadt, und das gelte auch für das Essen, sagt die junge Künstlerin aus Macao mit einem strahlenden Lächeln.
Nach dem Konzert in Irsch wollte sich der Dirigent der Liedertafel, Gottfried Sembdner, das Abschlusskonzert nicht entgehen lassen. Er freut sich: "Das Quintett für Klavier und Streicher von Dmitri Shostakovich hat mich total begeistert." Der Musiklehrer der Trierer Waldorfschule bescheinigt den jungen Künstlern ein enormes Niveau. "Die mussten sich ja in sehr kurzer Zeit aufeinander einspielen, weil sie sich vorher nicht kannten. Dafür mein Bravo", lobt der Musikpädagoge.
Ein besonderes Erlebnis ist immer das Finale des Abschlusskonzertes mit allen Streichern. Mit Béla Bartóks Rumänischen Volkstänzen ist der Schwierigkeitsgrad kaum noch zu überbieten. Stehender Applaus ist der Lohn für die Mühen.

Mehr von Volksfreund