Jugendarbeit: Jugendliche in Temmels engagieren sich

Jugendarbeit : Jugendliche in Temmels engagieren sich

Die Ortsgemeinde unterstützt die Gründung einer Gruppe von 16- bis 18-Jährigen. Diese möchten künftig Feste organisieren oder im Ort helfen und suchen noch Gleichgesinnte.

Die Ortsgemeinde Temmels ist froh, dass ihre Einwohner das Dorfleben aktiv gestalten. In der Ortsgemeinderatssitzung wurde die Gründung einer neuen Jugendgruppe einmütig begrüßt. Zehn junge Menschen im Alter von 16 bis 18 Jahren möchten in Temmels einen neuen Treffpunkt für gemeinsame Aktivitäten etablieren. „Wir denken daran, Feste zu organisieren, zum Beispiel an Halloween oder an Karneval“, sagen Marie Schumacher und Fabio Müller, die die Gruppe repräsentieren.

Über die Organisation von Veranstaltungen hinaus stehen die jungen Leute zur Verfügung, wenn im Dorf Hilfe gebraucht wird. „Die Boule-Bahn am Ortsausgang Richtung Sportplatz wurde von Temmelser Rentnern angelegt“, weiß Fabio (18). „Da hätten wir natürlich auch helfen können.“

Beim letzten Feuerwehrfest kamen die zurzeit zehn Jugendlichen überein, dass sie eine lockere Gruppe aufbauen wollen. „Wir haben festgestellt, dass wir uns gut verstehen und öfters etwas gemeinsam machen wollen“, beschreibt Marie Schumacher die Entstehungsgeschichte der Jugendgruppe. Jetzt will man sich wöchentlich treffen. Treffpunkt soll der Jugendraum im Bürgerhaus sein.

Die Ortsgemeinde unterstützt die Jugendlichen und ihre Pläne. „Wir haben bereits zwei Gruppen für Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis elf und zwölf bis 16 Jahren, die sich regelmäßig treffen, berichtet Kerstin Heinz, Koordinatorin der Arbeitsgruppe Jugend und Senioren in der Ortsgemeinde. Diese Gruppen werden von Laura Jakobs aus dem Konzer Haus der Jugend geleitet. Man bastelt, spielt, der Witterung angepasst mal drinnen und mal draußen.

Da dann insgesamt drei Gruppen das Bürgerhaus nutzen, ist klar, dass es Absprachen über die Hausordnung oder die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes geben muss. „Das Jugendnetzwerk Konz empfiehlt, dass mindestens zwei der Gruppenmitglieder an einer Jugendleiterschulung teilnehmen. Dann kann der Gruppe auch ein eigener Schlüssel für die Jugendräume übergeben werden“, meint Kerstin Heinz. Marie Schumacher und Fabio Müller berichten, dass sie an dieser Schulung im November teilnehmen werden.

Ortsbürgermeister Herbert Schneider und der Rat freuen sich, dass mit der neuen Gruppe die Jugendarbeit im Dorf noch weiter intensiviert wird. „Wir sind offen für weitere Jugendliche in unserem Alter. Wer uns kennenlernen will, meldet sich unter der E-Mail-Adresse fabio.mueller0503@gmail.com“, sagen Marie und Fabio.

Die AG Jugend und Senioren in Temmels hat mit ag-jus@temmels.de auch eine E-Mail-Adresse. „Wir leiten die Fragen oder Anmeldungen dann an die jeweiligen Gruppenleiter weiter“, sagt Koordinatorin Kerstin Heinz.

Neben der Gründung der Jugendgruppe beschäftigte sich der Rat außerdem mit dem Wunsch des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR) Mosel, im Temmelser Bürgerhaus Seminare zur Ausbildung von Natur- und Erlebnisbegleitern durchzuführen. Die Ortsgemeinde Temmels entschied mit neun zu drei Stimmen, dem DLR das Bürgerhaus zur Durchführung der Seminare kostenlos zur Verfügung zu stellen.

„Ich halte es für ausgesprochen wichtig, dass Personen, die sich der Pflege der hiesigen Kulturlandschaft und dem Naturschutz widmen, gerade im Hinblick auf die Diskussion um das geplante Tanklager im luxemburgischen Mertert einen Eindruck bekommen“, verteidigt Schneider den Plan, das DLR durch die kostenfreie Nutzung des Bürgerhauses nach Temmels zu holen. „Das DLR ist ja nicht nur in der Verbandsgemeinde Konz aktiv, sondern kann überregional ein hervorragender Multiplikator in unserem Bemühen sein, den Ausbau des Tanklagers zu verhindern.“

Die Gegenseite argumentiert, dass es für die Bürger in Temmels nicht nachvollziehbar sei, warum sie für die Nutzung des Bürgerhauses bezahlen müssten, ein auswärtiger Veranstalter dagegen nicht.  Schneider meint dazu: „Wir haben in der Satzung über die Nutzung des Bürgerhauses festgelegt, dass der Rat solche Ausnahmen beschließen kann. Ich sehe ein übergeordnetes Interesse, mit dem DLR einen starken Verbündeten im Kampf gegen das Tanklager zu gewinnen. Das werde ich offensiv vertreten.“

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