Konzer Neujahrskonzert der anderen Art

Konzer Neujahrskonzert der anderen Art

Der in Konz wohnende, amerikanische Sänger Daniel Lewis Williams hat im Kloster Karthaus am 1. und 2. Januar zwei Neujahrskonzerte gestaltet. Vor ausverkauftem Haus begeisterte der berühmte Bass mit drei seiner Schüler das Publikum mit bekannten Melodien aus Oper und Operette.

Konz. (dt) Zwei Mal ausverkauftes Haus im winterlichen Kloster Karthaus vor jeweils über 200 Zuhörern - das schafft nur Daniel Lewis Williams. Der an den großen Opernhäusern der Welt bekannte Bass wohnt seit langem in Konz, daher ist es für ihn Ehrensache, die Neujahrskonzerte in seiner Wahlheimat zu gestalten. Mitgebracht hatte er drei seiner besten Schüler.

Zum Auftakt gab es, passend zur etwas schummrigen Beleuchtung im großen Saal des Klosters Karthaus, den Hagen aus Wagners "Götterdämmerung" von Daniel Lewis Williams. Die reife Stimme des Mannes aus Billings, Montana, bewältigt diese schwierige Partie immer noch scheinbar mühelos, seine exzellente Technik und große Erfahrung tun ein Übriges. Begeisterung auch beim "Schweinefürsten" oder den amerikanischen Spirituals als Zugaben.

Wer heitere Polka oder Walzer erwartet hatte, wie sie sonst bei Neujahrskonzerten sinfonischer Orchester üblich sind, wurde allerdings enttäuscht. Was hier geboten wurde, war etwas für Puristen, die die Oper und ihre tiefen Stimmen kennen und schätzen. Davon schien es allerdings genug zu geben, immer wieder brandete starker Applaus auf.

David Pike, ein in Luxemburg lebender musikalischer Quereinsteiger und Ex-Wirtschaftsprüfer

verzückte das Publikum mit seinem profunden Bariton und fast schon kabarettistischen Einlagen. Wie er als Don Carlos, von einem Schuss getroffen, einen minutenlangen Operntod am Flügel stirbt, war aber wohl eher etwas für die große Bühne, ebenfalls sein etwas überdrehter Papageno, der im reiferen Publikum seine Papagena suchte und fand. Mozart hätte wohl seine Freude daran gehabt. Die große Bühne wird Pike im kommenden Jahr in Luxemburg betreten, wo er in "Don Giovanni" zu sehen sein wird. Silvia Lefringhausen aus Trier agierte hingegen angenehm zurückhaltend, ihr dunkler, cremiger Mezzosopran erfüllte den Konzertsaal als Euridice (von Jacopo Peri) oder Dalila (Camille Saint-Sens).

Eine wahre Offenbarung dann der Bass-Bariton Nico Wouterse. Mit Stücken aus Bizets "Carmen" oder als Leporello aus Mozarts "Don Giovanni" stellte er sein großes Können unter Beweis. Schöne Zwischentöne, Höhen, Schmelz und Kraft kennzeichnen die Stimme des Holländers. Hinzu kommt eine natürliche Bühnenpräsenz und ein intelligenter Humor, der ohne Mätzchen auskommt. Schade, dass Wouterse kaum mehr in Trier zu hören ist, er wäre wahrlich eine Bereicherung des Theater-Ensembles.

Klauspeter Bungert am Flügel begleitete die Sänger akzentuiert und mit viel Gefühl für die Tempi. Moderiert wurde das Konzert von Williams' Tochter Judith aus München, die selbst ausgebildete Opernsängerin ist und mit Kennerschaft und Hingabe die Darbietungen kommentierte. Zur Familie gehört auch ihr Onkel Steve Hicks, der parallel eine Ausstellung seiner Bilder zeigte.

Insgesamt ein gelungenes Neujahrskonzert der etwas anderen Art, begeisterter Applaus belohnte die Akteure.

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