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Mausis Abenteuer hat ein Happy End: Entflogener Nymphensittich kehrt in sein Zuhause nach Schoden zurück

Mausis Abenteuer hat ein Happy End: Entflogener Nymphensittich kehrt in sein Zuhause nach Schoden zurück

Diesen Ausflug wird Nymphensittich Mausi wohl so schnell nicht vergessen: Ein Konzer Ehepaar rettete den entflogenen Vogel, nachdem er von einem Falken angegriffen wurde (der TV berichtete am 5. September). Nun hat sich die Besitzerin des Tieres gemeldet und es zurück zu sich nach Schoden geholt.

Schoden/Konz. Mausi sitzt ruhig auf seiner Stange. Manchmal hüpft er zu seiner Freundin Theresia und schmiegt sich an sie. Der graue Nymphensittich-Mann und seine gelbe Freundin sind nach einwöchiger Trennung wieder glücklich vereint. Denn Mausis Ausflug wäre fast tödlich geendet.

Am Montag, 31. August, war der graue Nymphensittich seiner Besitzerin Constanze Parger aus Schoden entkommen. Erst einen Tag zuvor hatte sie ihn, drei weitere Nymphensittiche und zwei Wellensittiche von ihrer Freundin übernommen, die die Vögel aus gesundheitlichen Gründen abgeben musste. Schnell haben die vierfache Mutter und ihre Kinder eine Beziehung zu den Tieren aufgebaut, ihnen neue Namen gegeben. "Meine Kinder sollen mit Tieren aufwachsen und so lernen, Verantwortung zu übernehmen", sagt die Schodenerin.Der Chaot im Käfig


Für ihren jüngsten Sohn Emmanuel (9) sei Mausi, wie sie den grauen Nymphensittich-Mann getauft haben, der Favorit gewesen. ",Der ist genauso chaotisch wie ich', hat Emmanuel gesagt", erzählt Constanze Parger. Mausi sei "ein kleiner Streithansel" gewesen. "Er war etwas zickig, hat uns auch in die Finger gezwickt."
Damit die sechsköpfige Vogelschar genügend Platz hat, hat Constanze Parger einen neuen Käfig besorgt. Den stellte sie zunächst unter das Carport und setzte die Vögel um. Alle hatten bereits ihr neues Domizil bezogen. "Aber Mausi meinte, er müsse entfliehen", erzählt Parger. "Ich dachte erst, er würde sicher retour kommen. Er drehte eine Runde und setzte sich dann auf das Dach des Carports." Einfangen ließ sich der Nymphensittich aber nicht und machte sich aus dem Staub. Am Schodener Spielplatz wurde er noch gesehen, doch als Parger nach ihm suchte, war er nicht mehr zu sehen. "Da hatten wir die Hoffnung aufgegeben, dass wir ihn zurückbekommen und dass er draußen überlebt. Meine Kinder waren sehr unglücklich."

Und tatsächlich hätte Mausi seinen Freiheitsdrang fast mit dem Leben bezahlt. Sein Ausflug führte den Nymphensittich bis nach Konz, sieben Kilometer Luftlinie von seiner Heimat entfernt. Das Konzer Ehepaar Annemarie und Jürgen Schmitt sowie ihre Freundin Edith Dowedeit beobachteten einen Tag nach Mausis Flucht, wie der Vogel von einem Falken gefangen und wieder fallen gelassen wurde. Sie retteten das Tier und wandten sich an den Trierischen Volksfreund, um so den Besitzer zu finden.

Ein Bekannter habe sie auf den Zeitungsartikel aufmerksam gemacht, sagt Constanze Parger. Sie habe die Schmitts angerufen. Die hätten den Lautsprecher des Telefons angeschaltet. "Und als Mausi meine Stimme gehört hat, hat er sie erkannt und richtig darauf geantwortet." Sofort sei sie nach Konz gefahren und habe Mausi abgeholt. "Das hat mich richtig gefreut", sagt Annemarie Schmitt. "Das alles war eine erfolgreiche Aktion. Und als die Familie den Nymphensittich zurückbekommen hat, war das ein glücklicher Moment für mich."

"Meine Kinder waren total happy. Und ich bin der Familie Schmitt sehr dankbar", sagt Constanze Parger. Und Mausi? "Er ist im Käfig direkt zu seiner Theresia hin und hat mit ihr gekuschelt. Seit der Attacke des Falken ist er richtig lieb, wie ausgewechselt. Er streitet sich auch nicht mehr mit den anderen Vögeln. Und jetzt passen wir alle gut auf, dass Mausi nicht noch einmal wegfliegt." Denn der Nymphensittich und die anderen Vögel sind "Teil unserer Familie und sollen nicht als Falkenfutter enden".
Extra

Nymphensittiche stammen aus Australien. Es sind gesellige Tiere, die Schwärme bilden. Sie leben nomadisch und ernähren sich hauptsächlich von Samen, erklärt Jürgen Meyer von der Wildtierpflegestation Wiltingen. Den Winter in Deutschland könnten Nymphensittiche in freier Wildbahn durchaus überleben. "Die Temperaturen sind nicht das Problem", sagt Meyer. Wenn es trocken sei, könnten ihnen auch minus zehn Grad nichts anhaben. Wenn sie in guter Verfassung seien, könnten Nymphensittiche ohne Probleme mehr als 100 Kilometer am Tag zurücklegen, bis sie Futter finden. Ihm seien aber keine Kolonien von Nymphensittichen in Deutschland bekannt. Denn sie seien potenzielle Beutetiere. Wer wilde Tiere oder Exoten wie Sittiche findet, kann sich an die Wildtierpflegestation Wiltingen wenden: Jürgen Meyer, Telefon 06501/150194; Außenstelle Saarburg: 06581/996094. Dort werden auch freiwillige Helfer gesucht. Außerdem helfen Tierärzte, Tierheime, der Nabu oder die Polizei bei Tierfunden weiter. cofi