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Vereine: Musikalisch durch Raum und Zeit

Vereine : Musikalisch durch Raum und Zeit

Der Musikverein Rascheid hat im Bürgerhaus Beuren nicht nur Klassiker präsentiert.

Vom „Mount Everest“ jetteten sie nach Irland und auf brasilianische Samba-Rhythmen folgten Urwald-Klänge. Van Mc Coys „African Symphony“, von dem Japaner Naohiro Iwai für Blasorchester arrangiert, wartet sogar mit trompetenden Elefanten auf. Doch mit „Mazama“, einer von Jay Chattaway arrangierten „mystischen Spurensuche“, zogen der Musikverein (MV) Rascheid und sein musikalischer Leiter Markus Schmitt erst recht sämtliche Register.  Der Fährte der nordamerikanischen Indianer folgend pirschten sich die Musiker auf experimentelle Art voran: mit ungewöhnlichen Instrumenten wie mit gewohnten, denen sie selten zu hörende Laute entlockten, und mit ihren Stimmen. Das Publikum erlebte eine geheimnisumwitterte Exkursion durch rauschende Wälder, begleitet von Vogelstimmen und kämpferischen Tänzen.

Erstmals mit dem Stück konfrontiert „war das Entsetzen groß“, berichtete Moderatorin Julia Michels von anfänglicher Skepsis gegenüber dem schwierigen Werk. Doch zuletzt entschieden sich die Musiker, es beim Jahreskonzert im Bürgerhaus Beuren zu spielen, was mit tosendem Beifall des Publikums belohnt wurde. Das spätere Glenn-Miller-Medley von Iwai machte aber klar, dass auch Klassisches seinen Platz hat bei den MV-Fans, die sich drei, genauer vier, Zugaben erklatschten. Denn für die erste teilte sich das Orchester in Schmitts Swing- und ein von Vorgänger Karl-Heinz Ludwig dirigiertes Marsch-Ensemble. Nach dem „Wettstreit“ der Dirigenten forderte sich das Publikum noch das „Räschda Geienmännerlied“ ein – und ein finales „Glück Auf“.

Besucherin Erika Schmittberger aus Thiergarten war begeistert. Das Konzert sei super. Sie könne ihre Gefühle „gar nicht beschreiben“, schwärmte sie von dem Musikerlebnis. „Hervorragend“, lobte auch Matthias Reimann aus Rascheid die „tolle Leistung“. Der Dank dafür gebührt laut Schmitt den „Musikern, die einen super Job gemacht haben.“ Trotz vieler Proben, oft dreimal die Woche, habe nur selten jemand gefehlt. MV-Vorsitzender Frank Ludwig dankte unterstützenden Geisfelder Musikern, die den MV mit Rascheidern, Zu- oder auch Weg-Gezogenen komplettierten. Stolz seien sie auf ihren Nachwuchs. Es sei schön, dass junge Leute Interesse an der Musik und am Verein zeigten. Entscheidend dabei seien „Ideen, musikalische Kreativität und gekonnter Führungsstil“ ihres „Kapitäns“ Schmitt.