Rettungsplan für Konzer Wahrzeichen steht

Stadtrat stimmt für Denkmalsanierung : Rettungsplan für Konzer Wahrzeichen steht

Das sanierungsbedürftige Kloster Karthaus wird in vier Bauabschnitten renoviert. Dafür sind rund 1,6 Millionen Euro nötig. Der Stadtrat hat am Dienstagabend grünes Licht dafür gegeben. Auch im Umfeld tut sich einiges.

Die Fassade bröckelt an einigen Stellen. Weder die Fenster noch die Böden einiger Räume sind im Kloster Karthaus in gutem Zustand. Architekt Franz Conen hat eine „Vielzahl von Schäden“ an dem denkmalgeschützten Gebäude ausgemacht: Rissbildungen, Vermoderungen, beschädigte Simse. Vor allem am Verbindungsbau zwischen Kirche und Kloster nagt der Zahn der Zeit. Conen warnte in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses: „Der schleichende Prozess beschleunigt sich, wenn nichts gemacht wird.“ Die Feuchtigkeit ziehe hoch und beschädige den Rest der Bausubstanz.

Die Konzer Politik reagiert nun. Nachdem sie jahrelang nach einem Weg gesucht hat, wie sie die voraussichtlich 1,6 Millionen Euro teure Sanierung des historischen Gebäudes finanzieren kann, steht nun der Rettungsplan für das Konzer Wahrzeichen. Der Stadtrat fasste in seiner Sitzung am Dienstagabend einen Grundsatzbeschluss für die Sanierung des stadtbildprägenden Klosters. Die Stadt erwartet dabei Zuschüsse aus Denkmalschutzprogrammen des Bundes und des Landes. Auch aus dem Programm Soziale Stadt Karthaus kommt noch Geld für Teile des Sanierungsprojekts. So rechnet der Bürgermeister der Stadt Konz, Joachim Weber, mit insgesamt bis zu 90 Prozent Zuschüssen für das mehrjährige Sanierungsprojekt.

Die knapp 1,6 Millionen Euro sieht Weber gut angelegt: „Die Bedeutung des Klosters als historisches Bauwerk einerseits, und andererseits ist es als Zentrum für Veranstaltungen für Bürger ein wichtiger Bestandteil in Konz.“ Damit macht der Bürgermeister die Bedeutung des Klosters deutlich, das sich seit den 1980er Jahren zu einem der wichtigsten Zentren für Kultur, Vereine und Politik in Konz entwickelt hat. Im Sitzungssaal im obersten Stock tagen zum Beispiel der Konzer Stadt- und Verbandsgemeinderat, im Festsaal steigen etliche gesellschaftliche und kulturelle Veranstaltungen. In den Nebenräumen sind mehrere Vereine untergebracht – darunter zum Beispiel die Schachfreunde Konz-Karthaus.

Hinzu kommt, dass das Kloster maßgeblich das Stadtbild in Karthaus prägt. Neben den Bahnhöfen sei das Kloster ein zentrales Bauwerk für die gesamte Stadt, sagt Weber. Er lobt die Vorgängerstadträte, die  dafür gesorgt hätten, dass die Stadt das Kloster übernommen habe. Das sei eine gute Entscheidung gewesen.

Nun, fast 40 Jahre nach diesem Beschluss und 32 Jahre nach Abschluss der letzten größeren Sanierung, braucht das Kloster eine Verjüngungskur. Der Konzer Ehrenbürger Rudolf Molter, der in den 1970er und 1980er Jahren als Mitglied des Bauausschusses maßgeblich an der Rettung des Klosters mitgewirkt hatte, hat schon 2015 auf den dringlichen Sanierungsbedarf hingewiesen. Der TV hat den Experten damals vor Ort befragt, wo dieser auf die Schäden hingewiesen hat.

Vier Jahre später hat die Stadt nun endlich einen Weg gefunden, die Sanierung zu finanzieren. Insgesamt sind laut den in Stadtrat und Bauausschuss vorgestellten Plänen vier Bauabschnitte vorgesehen, die in drei bis vier Jahren bewältigt werden könnten. Zuerst sind die Fenster und die Sockel dran, dann die Außenfassade. Später folgen Arbeiten im Innern des Klosters. Unter anderem sollen die Toiletten und Böden erneuert werden. Auch ein zweiter Fluchtweg für den Festsaal Richtung Kirche muss gebaut werden, damit weiterhin viele Menschen zu Veranstaltungen im Kloster kommen dürfen. Zurzeit sind im Festsaal laut Weber 199 Gäste erlaubt.

Wenn es nach der Verwaltung geht, soll das Sanierungsprojekt möglichst noch dieses Jahr mit der Ausschreibung beginnen. Nur so kann in Absprache  mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion  eine Förderung aus dem Programm Soziale Stadt gewährleistet werden, für das die letzten Projekte bis 2021 angemeldet werden müssen.

Zurzeit laufen laut Weber auch Verhandlungen, dieses Förderprogramm um eine Million Euro für Konz aufzustocken. Die ADD hat zudem angeregt, das Klosterumfeld umzugestalten (siehe Info).

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