Schnäppchen aus dem Internet

IRSCH/SAAR. Angesichts leerer Gemeindekassen sind Ideen gefragt – vor allem, wenn es ums Sparen geht. "Wie gut, dass es heutzutage das Internet gibt", dachten sich die Gemeindeväter von Irsch. Auch für den neuen Heizkessel im künftigen Bürgerhaus galt das Motto einer Internet-Auktion: "Drei, zwei, eins – meins."

Bis im neuen Bürgerhaus der Gemeinde Irsch die erste Fete steigen kann, dauert es noch ein Weilchen. Die Umbauarbeiten im ehemaligen Gebäude des Winzervereins Irsch-Ockfen laufen auf vollen Touren. In seiner jüngsten Sitzung befasste sich der Ortsgemeinderat mit dem Thema. Ganz oben auf der Tagesordnung standen Beratungen über die Sanierung des Heizkessels. 320 Kilowatt liefert die vorhandene Anlage - "zu viel", wie Ortsbürgermeister Jürgen Haag meinte. Denn: "Lediglich 140 Kilowatt sind erforderlich, will man das Gebäude warm bekommen." Mit jährlich rund 2550 Euro für Öl schlage der alte Kessel zu Buche. Eine dem Bedarf angepasste Anlage sei mit rund 2200 Euro zu betreiben. Weniger Leistung bedeutet auch weniger Umweltbelastung, war aus dem Rat zu hören. Fast einhellig erkannte das Gremium Handlungsbedarf. Das Problem: "Ein neues 140-Watt-Gerät ist für rund 6630 Euro zu haben", berichtete Haag. Die Lösung: Ein Privatmann aus dem Ort habe im Internet einen gebrauchten Kessel für 350 Euro ersteigert, den er bereit sei, an die Gemeinde abzutreten. "Auch mehrere Vereine haben schon zugesagt, sich an den Kosten zu beteiligen", so der Ortsbürgermeister. Natürlich müsse das Gerät eingehend geprüft werden. Eine Stimme aus der Runde meine: "Selbst wenn der Kessel nur ein paar Jahre hält, lohnt es sich." Dem Argument folgte der Beschluss: Der alte Kessel kommt weg. Damit auch Tanzveranstaltungen im neuen Bürgersaal glatt übers Parkett gehen, ist ein neuer Bodenbelag notwendig. Von "Parkett" - genauer vom so genannten "Stäbchenparkett" - hat der Gemeinderat allerdings Abstand genommen. Ein Grund: Fliesen seien besser zu reinigen. Damit könne man sich die Beschaffung eines Schutzbelages, wie er beispielsweise in der Stadthalle Saarburg gebraucht wird, sparen. Sparen wird die Gemeinde Irsch beim neuen Bodenbelag nicht: 14850 Euro soll die Verfliesung der insgesamt 750 Quadratmeter Bodenfläche kosten. Laut Haag befindet sich eine große Zahl bebauungsfähiger Parzellen innerhalb der Ortslage. Mit dem Ziel, die Entwicklung des Dorfes nicht zuletzt auch im Hinblick auf potentielle Neubürger voranzutreiben, wolle er einzelne Grundstücksbesitzer zwecks Verkaufs ihres noch unbebauten Eigentums anschreiben. Auch eine "Baulandbörse" sei zu überdenken. Um der Zukunft der Saargemeinde Rechnung zu tragen, müsse ein Konzept zur Dorfentwicklung erstellt werden, empfahl das Gemeindeoberhaupt. Dem schloss sich die Runde per Beschluss an: Das Dorfentwicklungskonzept wird fortgeschrieben. Ein "Dorfmoderator" soll mit der Erstellung beauftragt werden. Außerdem wollen die Irscher einen Antrag auf Anerkennung als Schwerpunktgemeinde stellen.

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