Sportlicher Rektor verlässt Nittel

Nittel · Rektor Franz-Jürgen Mertens geht nach 41 Jahren als Lehrer in Pension. Zwölf Jahre lang hat er die Grundschule in Nittel geleitet. Dort liegt der Schwerpunkt beim zweisprachigen Unterricht und im Sport. Da hat die Schule etliche Urkunden gesammelt.

 Franz-Jürgen Mertens fühlt sich im Kreis der Kollegen wohl: Der Schulleiter sieht sich als „Erster unter Gleichen“.TV-Foto: Christian Kremer

Franz-Jürgen Mertens fühlt sich im Kreis der Kollegen wohl: Der Schulleiter sieht sich als „Erster unter Gleichen“.TV-Foto: Christian Kremer

Nittel. Franz-Jürgen Mertens hat zwölf Jahre lang Abertausende Kilometer zurückgelegt, um täglich von Waldweiler (Verbandsgemeinde Kell am See) zur Nitteler Grundschule zu kommen. Zwölf Jahre lang war er Schulleiter in Nittel. Eine Strecke dorthin ist 40 Kilometer lang - und für Mertens hat es sich gelohnt: Der gebürtige Saarländer fühlt sich beruflich pudelwohl an der Obermosel. "Hier ist ein ganz tolles Team, in dem jeder für jeden arbeitet", sagt er. "Ich habe nie überlegt, zurück in den Hochwald zu gehen."
In Nittel arbeiten zurzeit elf Lehrkräfte - darunter eine Referendarin und eine französische Austauschlehrerin. Und Französisch ist einer der Schwerpunkte in Nittel. Seit 2010 wird zweisprachig unterrichtet. Im kommenden Schuljahr sind erstmals alle Klassen zweisprachig. Damit gehört die Nitteler Schule landesweit zu den Vorreitern. Und das, obwohl die Unterrichtsbedingungen in den vergangenen Jahren alles andere als alltäglich waren.
Immerhin wird das Gebäude seit 2010 rundum saniert und für den Ganztagsunterricht erweitert. "Eine Baustelle jagt die nächste", sagt Mertens. Die Sanierung sei aber sehr wichtig. Das Schulleiterbüro ist zum Beispiel im selben Raum wie das Lehrerzimmer und die Computerecke des Schulsekretariats. Das soll sich ändern, wenn die Arbeiten abgeschlossen sind.
Neben dem Sprachunterricht legt Mertens als ehemaliger Fußballspieler und Marathonläufer großen Wert auf Sport - nicht nur privat. Seine Schüler haben schon viele Preise gewonnen. Das offenbart ein Rundgang durch die Schulflure: Dort sind Urkunden für den Fair-im-Sport-Preis der Trierer Sportakademie 2003, vom Nationalen Olympischen Komitee für eine Projektwoche zur antiken Olympiade 2004 und viele weitere Dokumente zu finden. Besonders stolz ist Mertens auf den Lebenslauf für die Welthungerhilfe, den er in Nittel etabliert hat (siehe Extra).
Nittel sei für ihn zu einer zweiten Heimat geworden, sagt Mertens. "Ich bin vom Karlsberg-Bier auf Elbling umgestiegen", meint er mit einem Schmunzeln. Ernster wird er, wenn er über die Bildungspolitik nachdenkt. Große Kritik äußert er nicht. Eines will er jedoch loswerden: "Wenn die Basis mehr befragt würde, wäre das mir lieber: Die Lehrer wissen, wo es klemmt."
Zeit, sich weiter damit ausein anderzusetzen, hat Mertens nicht: "Ich bereite mich jetzt auf meine Rolle als Opa vor." Der Geburtstermin seines Enkelkinds ist am 25. Juli - zwei Wochen nach Beginn seines Ruhestands.
Eine Abschiedsfeier mit geladenen Gästen ist für den heutigen Freitag um 10.30 Uhr in der Schulturnhalle geplant.
Extra

Am 19. September 2013 sammeln Lehrer, Schüler und Gäste zum zwölften Mal Spenden für den guten Zweck. Die Kinder der Grundschule werden in diesem Jahr wieder auf einer 1200 Meter langen Rundstrecke durch Nittel laufen. Je mehr Runden sie schaffen, desto mehr Spendengeld kommt zusammen. Bisher haben die Nitteler Schüler insgesamt 37 500 Euro für die Welthungerhilfe gesammelt. Allein 2012 waren es 5400 Euro. 2013 wird das Geld für ein Schulprojekt in Mosambik genutzt. cmk