Viele Kinder, wenige Betreuungsplätze

Viele Kinder, wenige Betreuungsplätze

Viele Eltern wissen in den Ferien nicht, wo sie ihre Kinder unterbringen sollen. Die Nachfrage übersteigt die Zahl der Plätze bei Betreuungsangeboten. Einen Antrag der Grünen, ein zusätzliches Angebot zu schaffen, hat der Konzer Stadtrat trotzdem nicht verabschiedet.

Konz. Es gibt in Konz zu wenige Kinderbetreuungsangebote während der sechswöchigen Sommerferien. Das meint Martina Werheim Sprecherin der Grünenfraktion im Stadtrat. Sie selbst habe diese Erfahrung als berufstätige Mutter gemacht. Ihr kleiner Sohn ist gerade in die Schule gekommen, und sie habe kein Angebot für ihn gefunden. Ähnliches habe sie von anderen Eltern gehört, sagt Werheim im Telefongespräch mit dem TV. Die seien bei der Suche ebenfalls nicht erfolgreich gewesen. Und die öffentlichen Angebote sind in Konz rar gesät: Das Haus der Jugend veranstaltet alle zwei Jahre die einwöchige Spielstadt Wuselkusen. Daneben gibt es die zwölftägige Stadtranderholung des Caritasverbands. 2012 haben an der Spielstadt 115 Kinder teilgenommen. Bei der Stadtranderholung sind die 60 Plätze laut Christhilde Faas-Backes, die das Angebot betreut, immer schnell ausgebucht. Beim Ferienspaß des Kreises Trier-Saarburg machen 135 Acht- bis Zwölfjährige aus der Verbandsgemeinde Konz mit. 40 weitere stehen auf der Warteliste. "Der Bedarf in Konz ist gleichbleibend hoch", sagt Martina Bosch, Sprecherin der Kreisverwaltung Trier-Saarburg. Werheim selbst kann den Antrag, ein zusätzliches Betreuungsangebot in Konz zu schaffen, bei der Stadtratssitzung nicht vorstellen, weil sie mit einer Grippe zu Hause bleibt. Ihre These wird aber bestätigt: "Die Anfragen übertreffen das Angebot", sagt Dietmar Grundheber, Geschäftsführer des Jugendnetzwerks Konz (Junetko). "Insbesondere im Grundschulalter ist es ein Problem, alle Kinder unterzubringen." Als Übersicht empfiehlt er die Internetseite www.ferienplaner-konz.de - für Sechs- und Siebenjährige ist 2013 nur das Caritasangebot aufgeführt. Das Problem fehlender Betreuungsangebote gehe über die Stadtgrenzen hinaus. "Da müssen wir uns auf Kreisebene Gedanken machen", meint Grundheber.Für berufstätige junge Eltern sei es ein Problem, die sechs Wochen Sommerferien zu überbrücken, sagt SPD-Fraktionschef Alfons Maximini. "Den Grünen-Antrag kann man nur unterstützen." Allerdings schätze er die Chancen, beim Kreis etwas zu erreichen, schlecht ein. CDU-Fraktionssprecher Bernhard Henter fordert eine Übersicht mit Zahlen und allen Angeboten. Die anderen Fraktionen stimmen zu. Das Thema bleibt somit auf der Rats agenda - eine Entscheidung für ein zusätzliches Betreuungsangebot fällt jedoch noch nicht. Bürgermeister Karl-Heinz Frieden spricht von einer grundlegenden Bestandsaufnahme, die der Rat brauche: "Wir können nicht in Aktionismus verfallen." Echo: Gibt es in Konz zu wenige Betreuungsangebote in den Ferien? Ihre Meinung können Sie an echo@volksfreund.de mailen. Bitte geben Sie Ihren Namen und Ihre Anschrift mit an.Meinung

Eltern würden sich beteiligenDie Frage nach der Kinderbetreuung ist extrem wichtig und entscheidend dafür, ob sich junge Paare für ein Kind entscheiden. Doppelverdiener sind heute eher die Regel als die Ausnahme. Das liegt nicht nur an besseren Karrierechancen für Frauen, sondern auch an steigenden Lebenshaltungskosten und stagnierenden Löhnen. Zwar werden Betreuungsangebote und Ganztagsschulen ausgebaut, aber in den Ferien sind die Eltern auf sich allein gestellt. Die Diskussion im Konzer Stadtrat ist deshalb konsequent. Es sollte jetzt nicht bei einer Bedarfsanalyse bleiben. Die Politiker sind gefragt, das Thema in den Kreistag und in höhere Ebenen zu tragen. Zusätzliche Angebote werden gebraucht, und viele Eltern wären bereit, dafür zu zahlen. Für sie käme das günstiger als der Verzicht auf ein Gehalt. c.kremer@volksfreund.de